Herten-Forum: Stadt plant Bürgerbeteiligung

Norbert Ahmann
Einmalig: Über die Zukunft des Herten-Forumskönnen alsbald auch die Bürger ein wenig mitentscheiden.
Einmalig: Über die Zukunft des Herten-Forumskönnen alsbald auch die Bürger ein wenig mitentscheiden.
Foto: WAZ FotoPool

Herten.  Die Stadt und ihr Einkaufszentrum. Die Ruhrmetropolen haben welche, und auch im Kreis wird’s langsam eng, hat man als Kunde längst die freie Auswahl, wenn denn das Angebot stimmt. In Datteln die Stadtgalerie, der „Stern“ in Marl, und die Arcaden in Recklinghausen nehmen auch immer mehr Fahrt auf.

Und Herten? Wo seit Jahren ein marodes Herten-Forum vor sich hin dümpelt, soll ja irgendwann etwas Neues entstehen, um dem vergleichsweise mauen Wirtschaftsstandort Herten wieder Leben einzuhauchen. Die Pläne mit Concepta waren bekanntermaßen fast in trockenen Tüchern, platzten aber dann doch, weil Forums-Besitzer Hutley mit der THI nachvollziehbar einen potenziellen Investor bevorzugte, der letztlich wohl bereit war, mehr zu bieten.

Moderator von der IHK

Der Anfang vom Ende, zumindest fürs Kino, die Bowlingbahn und einige kleine Firmen im Haus. Im Kino ging gestern das Licht aus, der Vertrag des Bowlingcenters endet Ende April. Politische Entscheidungen über Form und Größe eines wie auch immer gearteten neuen Forums, über Abriss und Neubau stehen noch aus, und THI hat auch noch nicht unterschrieben, will natürlich nicht die Katze im Sack kaufen. Fragen über Fragen also in diesem laut Bürgermeister Uli Paetzel „seit 2007 äußerst verworrenen Spiel“.

Nun jedoch, so scheint es, will die Stadt endlich Nägeln mit Köpfen machen, will vermeintlich falsche Gerüchte ausräumen, Fakten schaffen und auch kommunizieren. Kurzum: In einer bislang einmaligen Bürgerbeteiligungs-Aktion sollen alle Karten auf den Tisch kommen, also auch THI als potenzieller neue Investor endlich konkrete Entwürfe präsentieren.

Moderiert von IHK-Geschäftsführer Peter Schnepper („eine wegweisende Aktion“), bietet die Stadt zwischen Mitte März und Sommer mehrere Infoveranstaltungen an, bei denen Fach-Chinesisch kein Thema ist, die Gesamtsituation also in klaren, für alle verständlichen Worten diskutiert werden kann.

Während die Politik lediglich stiller Beobachter sein soll, sind alle interessierten Bürger aufgefordert, Meinungen, Anregungen und Kritik zu äußern. Schüler, andere junge Leute, Anwohner, Verkehrsvereine, Kaufleute. Im Grunde jeder.

Das allerletzte Wort hat zwar der Rat, Empfehlungen oder Tendenzen aber können nie schaden. Also: hingehen und mitmischen.

Seit Monaten sucht die Stadt vergeblich nach Ersatzstandorten für Kino und Bowlingcenter. Für ein Kino wie die Filmzeche Hollywood wird in einem Forums-Neubau kein Platz sein, für einen Umzug steht Kino-Betreiber Meinolf Thies nicht zur Verfügung. Eine andere Möglichkeit: ein Programmkino auf Ewald. Es gibt erste Kontakte mit Interessenten.