Haftbefehl gegen 18-Jährigen erlassen

Bis tief in die Nacht arbeitete der Erkennungsdienst am Tatort auf dem Friedhof in Recklinghausen-Süd.
Bis tief in die Nacht arbeitete der Erkennungsdienst am Tatort auf dem Friedhof in Recklinghausen-Süd.
Foto: dapd

Recklinghausen. Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod eines 21-jährigen Recklinghäusers am Donnerstagabend auf dem Friedhof in Recklinghausen-Süd ist am Freitag Haftbefehl gegen einen 18-jährigen, arbeitslosen Recklinghäuser wegen Totschlags ergangen. Der Haftrichter am Amtsgericht in Recklinghausen folgte damit einem Antrag von Staatsanwalt Danyal Maibaum.

Die Polizei hatte den dringend tatverdächtigen Mann noch am Donnerstagabend gegen 23.30 Uhr in seiner Wohnung im Stadtteil Süd festgenommen. Sie hatte sich bei den Ermittlungen auf Zeugenaussagen gestützt. Demnach hatte sich ein Mann eilig vom Tatort in Richtung Emscher entfernt. Die Beschreibung passt auf den später festgenommenen Mann. In einer Vernehmung räumte der Verdächtige gegenüber der Polizei ein, sich der blutverschmierten Bekleidung entledigt zu haben und machte nach Auskunft des Staatsanwalts auch „Ansätze, die Tat zu gestehen“.

Unklar ist das Motiv für das Tötungsdelikt. Beide Männer kannten sich seit langem, waren befreundet und sind nach Auskunft der Polizei „als wenig einflussreiche Angehörige der örtlichen rechten Szene bekannt“. Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Tat liegen momentan nicht vor. Die Ermittlungen dauerten noch an. Staatsanwalt Maibaum: „Um führende Köpfe der rechten Szene handelt es sich bei den beiden nicht“, es seien wohl eher alkoholisierte Mitläufer. Der Verdächtige habe ausländerfeindliche Aussagen gemacht.

Alkohol könnte bei der Tat eine Rolle gespielt haben. Als die Polizei den 18-Jährigen in seiner Wohnung festgenommen hatte, war er stark angetrunken. Das Ergebnis der Blutprobe lag am Freitag noch nicht vor. Auch das Opfer war nach Auskunft der Polizei alkoholisiert. Unklar ist noch der Verbleib der Kleidung des Tatverdächtigen, der sich mittlerweile von einem Anwalt vertreten lässt und der auch beim Termin vor dem Haftrichter keine weiteren Angaben zum Tathergang machte.

Ein Spaziergänger hatte am Donnerstag gegen 18.30 Uhr den 21-Jährigen mit schwersten Kopfverletzungen im östlichen Teil des Friedhofs auf einem Nebenweg liegend entdeckt und über die Kreisleitstelle die Feuerwehr alarmiert. Der Mann starb noch vor dem Eintreffen des Notarztes am Tatort. Als Tatwerkzeug wurde unmittelbar neben der auf dem Rücken liegenden, blutüberströmten Leiche eine Grablampe sichergestellt.

Die Polizei hatte mit etwa 50 Einsatzkräften, einem Hubschrauber und mit Hilfe der Wasserschutzpolizei die Suche nach dem Tatverdächtigen aufgenommen. Die aufwendige Fahndung hatte zunächst nicht zum Erfolg geführt. Erst Ermittlungen der sofort einberufenen, unter der Leitung von Hauptkommissar Ralf Altena stehenden Mordkommission führten dann recht schnell zu dem Verdächtigen.

Derweil zogen sich die Untersuchungen am Tatort bis tief in die Nacht hin. Der Erkennungsdienst hatte ein Zelt aufstellen lassen, die Feuerwehr sorgte für die Ausleuchtung des Tatorts und der näheren Umgebung. Noch bis zum Freitagmittag waren Teile des Friedhofs abgesperrt, ehe sie frei gegeben wurden. Am Mittag zeugte nur noch ein großer Blutfleck auf besagtem Weg von der Tat.

 
 

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