Grimmes stellen die Weichen für die Zukunft

Wenn Aufsichtsrat und Gesellschafter am Dienstagnachmittag im Grimme-Institut zusammenkommen, stellen sie die Weichen für die Zukunft. Die Entscheider und die Grimme-Mitarbeiter feiern zugleich Abschied von zwei Männern, die in den letzten Jahren Akzente setzten: Geschäftsführer Uwe Kammann und Grimme-Preis-Referent Dr. Ulrich Spies. Beide gehen in dieser Woche in den Ruhestand.

Marl.. Das Institut ist für die Zukunft "gut aufgestellt", sagt Uwe Kammann, der seinen Schreibtisch für die neue Chefin Frauke Gerlach geräumt hat. 30 Mitarbeiter betreuen 24 Bildungsprojekte: von Eltern-Infos zur Medienerziehung über Programmstrategien für Medienmacher bis zum Grimme-Preis.

Mit öffentlichen Zuwendungen in Höhe von künftig 1,7 Millionen Euro sind nur knapp zwei Drittel des Etats von 3 Millionen Euro gesichert. Das restliche Geld muss das Institut selbst erwirtschaften, indem es um Projekte und Forschungsaufträge wirbt. Da kommen die zusätzlichen 400 000 Euro wie gerufen, mit denen die Landesmedienanstalt (LfM) die renommierten Medienpreise (Grimme-Preis, Online Award, Deutscher Radiopreis) finanzieren will. Die LfM will aber auch zwei Sitze im Grimme-Beirat, der Einfluss auf die Gestaltung der Preise nimmt.

Diese Rahmenvereinbarung, über die Aufsichtsrat und Gesellschafter heute beschließen, sorgt für Spekulationen. Manche Insider sehen die Unabhängigkeit des angesehensten deutschen Fernseh-Preises bedroht. Grimme-Geschäftsführer Uwe Kammann sorgt sich nicht: "Die Vereinbarung schreibt uns keine Juroren vor." Der Grimme-Preis behalte sein größtes Kapital, seine Unabhängigkeit, gerade wenn er finanziell auf sicheren Füßen stehe.

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