Graffiti gegen Geisterfahrer

Graffiti sind in der Regel ein Ärgernis. Unbekannte beschmieren meistens nachts irgendwelche Wände. Die neuesten Graffiti an der B 235 aber sind ganz legal und tagsüber aufgesprüht. Mit gelber Sprühkreide und Geisterradler-Graffiti auf den Radwegen wollen Polizei und Ordnungsamt Radfahrer sprichwörtlich zur Umkehr veranlassen.

Datteln. Die ersten dieser Geisterradler-Piktogramme sind zwischen Neumarkt und Südring aufgebracht worden. Nicht ohne Grund, schließlich gilt die B 235 als besonders gefährliches Pflaster für Radfahrer.

Mit der Aktion übernimmt Datteln eine Vorreiterrolle im Kreis. Das tut die Kanalstadt - leider - auch bei den Radfahrunfällen. Seit Jahren versuchen Polizei und Ordnungsamt mit diversen Kampagnen, die hohen Unfallzahlen zu verringern.

Dass sich die neue Aktion gezielt an die Geisterfahrer richtet, hat einen triftigen Grund: Das Fahren auf der falschen Seite und Fehlverhalten an Zebrastreifen gehören zu den häufigsten Ursachen für Unfälle mit Radlern.

Die gelben Graffiti sollen die Falschfahrer wachrütteln, auf Gefahren aufmerksam machen, "die meistens durch Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit entstehen", sagt Polizeihauptkommissar Jörg Teichert bei der Vorstellung der Sicherheitskampagne.

Die Haltbarkeit der Graffiti ist übrigens recht begrenzt. Zwei bis sechs Wochen halte die Sprühkreide, erklärt Ralf Feldhaus vom Ordnungsamt. Je nach Witterung. Und das ist gewollt. Damit wird ein Gewöhnungseffekt vermieden, wenn die Graffiti an einer Stelle verschwinden und woanders neu auftauchen.

Insgesamt gibt es vier Motive: Neben "Geisterradler bitte wenden" sind das "Todsicherer Musikgeschmack", "Ganz toter Winkel" und "Türstopp". Damit sollen Radler an entsprechenden Stellen im Stadtgebiet vor Musikhören auf dem Rad (vor den weiterführenden Schulen), vor aufgehenden Autotüren an Parkstreifen (B 235) und vor Gefahren durch abbiegende Lkw (z.B. Kreuzung B 235/Industriestraße) gewarnt werden.

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