Fracking wirft Fragen auf

Nach Niedersachsen plant der Energiekonzern Exxon Mobil auch in Nordrhein-Westfalen Probebohrungen nach unterirdischen Erdgasvorkommen.
Nach Niedersachsen plant der Energiekonzern Exxon Mobil auch in Nordrhein-Westfalen Probebohrungen nach unterirdischen Erdgasvorkommen.

Vest. Das Thema „Gas-Fracking“ soll nach dem Willen der Partei „Die Linke“ in einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Kreistags behandelt werden. Sie hat einen entsprechenden Antrag gestellt, da sie die Grundwasservorräte in Haltern am See gefährdet sieht, wie Fraktions-Chef Ingo Boxhammer erklärt.

Der Kreis Recklinghausen liegt in einem insgesamt 17 859 Quadratkilometer großen Gebiet, etwa halb so groß wie Nordrhein-Westfalen, für das sich mehrere Unternehmenskonsortien großflächig Rechte gesichert haben, um dort nach Erdgas zu suchen, das in geologischen Formationen gebunden und deshalb nur mit besonderen Verfahren zu fördern ist. Dieses Verfahren, das sogenannte Fracking, bei dem auch mit zu einem Anteil von 0,2 Prozent mit chemischen Substanzen versetztes Wasser in die Erde gepumpt wird, ist der Stein des Anstoßes. Kritiker befürchten eine Verschmutzung des Grundwassers. „Aber es geht auch um die Gefahr von Bodensenkungen“, sagt Rolf Kohn (Die Linke).

19 Felder im nördlichen Teil Nordrhein-Westfalens sind bislang reserviert; allerdings lediglich zur Erkundung und noch nicht zur Gasgewinnung. Den Westen des Kreises Recklinghausen hat sich dabei die Mobil Erdgas-Erdöl GmbH gesichert, die derzeit als erstes Unternehmen im münsterländischen Nordwalde Probebohrungen vornimmt und für eine weitere Erkundungsbohrung in der Region eine Zulassung beantragt hat. Zuständig für die Genehmigung ist die Bezirksregierung Arnsberg, die die Betriebsplanzulassung erteilt.

Ob dazu eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung vorgenommen werden muss, hängt von der zu erwartenden Fördermenge ab. Sie ist dann notwendig, wenn das tägliche Fördervolumen 500 000 Kubikmeter Gas übersteigt. Beteiligt sind vor einer Entscheidung außerdem die betroffenen Behörden und Gemeinden.

Beim hiesigen Kreis gibt es nach Auskunft von Pressesprecher Jochem Manz noch keine Informationen über Interessenten für die Ausbeutung möglicher Vorkommen in der Region oder über entsprechende Anträge. Darüber sei der Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung auch informiert worden. Die untere Wasserbehörde müsste bei einem Genehmigungsverfahren mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Während der Westen des Kreisgebiets zum Abbaugebiet von ExxonMobil gehört, liegt der Rest des Kreises in einer Region, die sich bis in den Kreis Warendorf im Osten sowie in der nord-südlichen Ausdehnung von Münster bis nach Dortmund erstreckt und für die momentan lediglich eine wissenschaftliche Erlaubnis vorliegt. Die Rhein-Westfälische Technische Universität Aachen ist seit 2006 Inhaberin einer Erlaubnis zur Erforschung dieses Abbaugebiets.

 
 

EURE FAVORITEN