Fischadler kreist über dem See

Haltern am See..  Jürgen Huth (64), traute in der letzte Wochen seinen Augen nicht. Am Halterner Stausee entdeckte er auf einer seiner Kanutouren einen seltenen Vogel. Ein Fischadler hatte sich niedergelassen. Dass die Tiere auf ihrem Zug in wärmeren Gefilden am Stausee Rast machen, das kommt schon mal vor. Dass der Fischadler aber ein Nest baut, das ist in NRW höchst selten.

„Ich traute meinen Augen nicht“, beschreibt Huth seine Entdeckung. „Da sitzt das Tier und zupft an einem halbfertigen Nest herum.“ Für ihn deute vieles darauf hin, dass der Adler sesshaft werden könnte. Ob es aber auch zu einer Brut kommen wird, müsse die folgende Zeit zeigen. Beinahe täglich ist der passionierte Tierschützer unterwegs, beobachtet aus sicherer Entfernung. Allerdings sind die scheuen Tiere nur schwer zu Gesicht zu bekommen. Aber er will die Augen weiter aufhalten.

Fischadler sind mittelgroße, schlanke und langflügelige Greifvögel. Die Körperlänge beträgt 50 bis 60 cm. Die Flügelspannweite beträgt 1,30 bis 1,75 m. Die Spannweite des Vogels, den Huth entdeckte hat, betrage etwa 1,60 Meter und es sei ein ausgewachsenes Männchen. Weibchen sind bei der Gattung größer. Gut erkennbar ist der Adler an seinen Farben. Die Unterseite des gesamten Rumpfes, die Kehle, die Beine und der überwiegende Teil der Unterarmdecken sind leuchtend weiß. In Deutschland ist die Verbreitung weitgehend auf die neuen Bundesländer beschränkt.

Der Stausee und insbesondere die etwa 30 Hektar große Insel inmitten des Sees, die nicht betreten werden darf, ist ohnehin ein El Dorado seltener Tiere. Zugvögel, die in wärmere Gefilde fliegen, machen oft Station auf der Vogelinsel und dem See. Stockenten und Graugänse seien normal, ornithologische Highlights sind allerdings Spieß- oder Pfeif-, Meeres-, Trauer- und Samtenten, Steppen- oder Raubmöwen.

Und manche Art wurde auch schon sesshaft, wie die Kormorane, die sich 1980 ansiedelten und deren Population auf 500 Tiere anwuchs. Daher hatte sich der Kreis Recklinghausen entschlossen, den Kormoran zum Abschuss freizugeben. Die Tiere dürfen in der Zeit vom 16. September bis 15. Februar gejagt werden.

Aber auch seltene Landtierarten sind im und am Stausee unterwegs, wie Huth sagt. Zum Beispiel Sumpfschildkröten. So eine Population ist in Deutschland äußerst selten zu finden. Am Stausee sind sie mit etwas Glück in freier Wildbahn zu sehen. Schildkröten passen übrigens neben den Fischen ins Beuteschema der Fischadler.

 
 

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