„Faules Osterei“ für Saria-Sprecher

Ludger Vortmann (Mi.) von der Buergerinitiative „Marler haben die Nase voll“ übergibt am Ostersonntag „Das faule Osterei 2013“ an den Pressesprecher der Saria-Gruppe, Marcel Derichs (in Abwesenheit).
Ludger Vortmann (Mi.) von der Buergerinitiative „Marler haben die Nase voll“ übergibt am Ostersonntag „Das faule Osterei 2013“ an den Pressesprecher der Saria-Gruppe, Marcel Derichs (in Abwesenheit).
Foto: WAZ FotoPool
Bürgerinitiative „Marler haben die Nase voll“ wollten die Anti-Auszeichnung überreichen. Marcel Derichs wünscht sich „sachlichen Dialog“.

Marl..  Ostern, faule Eier und der 1. April haben sich in Marl-Frentrop zu einer brisanten Mischung verdichtet: Die Gegner der Saria-Erweiterung wollten dem Unternehmens-Pressesprecher „das faule Osterei 2013“ überreichen. Doch der winkte ab. „Wohl ein verfrühter Aprilscherz?“ meinte er im Hinblick auf den Ostermontag.

Besorgt sehen die Mitglieder der Bürgerinitiative „Marler haben die Nase voll“, dass ihr Widerstand gegen die erhebliche Vergrößerung des Saria-Standortes an der Rennbachstraße vom Unternehmen unbeachtet bleibt.

Stehen für Gags nicht zur Verfügung

Hatten sie nicht einen umfangreichen Fragenkatalog beim Bürgermeister abgegeben? Auch dem Unternehmen liegen seit Weihnachten 2012 Fragen vor, die bis Ostern 2013 unbeantwortet geblieben seien, schreibt die Initiative. Schon damit habe sich Saria-Pressesprecher Marcel Derichs, die „von uns extra für Sie ins Leben gerufene Auszeichnung“ verdient.

Am Ostersonntag um 14.30 Uhr, im Rahmen des zweiten Info-Spaziergangs rund um das Firmengelände („auf jeden Fall, egal bei welchem Wetter“) sollte die Skulptur des „faulen Ostereis“ überreicht werden, samt Urkunde. Die Laudatoren versprachen einen schnellen Akt, in fünf Minuten sollte alles vorbei sein.

„Gerne stehe ich jederzeit für einen sachlichen Dialog zur Verfügung“, antwortete Marcel Derichs zügig. „Ihren Wunsch, mir eine ,Auszeichnung‘ zu überreichen, habe ich jedoch mit Überraschung vernommen.“ Kommen wolle er aber nicht, auch ein Stellvertreter stehe für „derartige Gags“ nicht zur Verfügung. „Wir sehen unsere unternehmerische Verantwortung darin, die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter zu sichern und konzentrieren unsere Aktivitäten auf diesen wichtigen Aspekt.“

„Ein klein wenig neugierig bin ich allerdings schon: Was möchten Sie mit Ihrem recht fantasievollen Zuruf ,faules Osterei‘ bewirken, da es Ihnen ja offensichtlich nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung um den Wirtschaftsstandort Marl geht?“, fragt Derichs zurück.

Die Bürgerinitiative hatte zur Begründung ihres „Faules Ei“-Preises einen Unternehmensleitsatz zerpflückt: Saria sei nicht „Teil der Gesellschaft“ sondern „Teil einer äußerst erfolgreichen Kapitalgesellschaft“. Die fühle sich nicht verpflichtet „zur Steigerung des Gemeinwohls und zur Erhaltung der Umwelt sowie unserer natürlichen Lebensgrundlagen beizutragen“ sondern (so die Initiative) „zur Steigerung des Gewinns und zur Erhaltung des Wohlstandes unserer Gesellschafter sowie deren zukünftiger Gewinnabschöpfung beizutragen“.

 
 

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