Explosiver Saria-Infoabend

Das Saria-Gelände an der Rennbachstraße.
Das Saria-Gelände an der Rennbachstraße.
Foto: Hans Blossey

Marl..  Der Saal war völlig überfüllt, die Moderatorin konnte ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, langatmige Informationen und Zuhörer, in denen sich viel Unzufriedenheit angestaut hatte – es war eine explosive Stimmung am Dienstagabend. Doch nach zwei Stunden ging alles gut. Saria hatte das 60 Millionen Euro teure Erweiterungsvorhaben in Frentrop vorgestellt.

Mehr als 200 Zuhörer drängten sich im „Schwatten Jans“ an der Dorstener Straße, die Hälfte musste stehen. Ungeduldig warteten sie darauf, nach der halbstündigen Planungs-Vorstellung ihre Fragen loszuwerden: Es wird immer mehr eine wunderbare Landschaft kaputt gemacht. Wir haben doch genügend freie Industriefläche. „Wie können Sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren?“ „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, das Geld verdient“, erklärt Unternehmenssprecher Marcel Derichs. Man müsse versuchen, im Planungsverfahren einen Ausgleich zu schaffen. „Haben Sie schon die Katze im Sack?“, will ein Zuhörer wissen und erhält als Antwort, das die Planungsprozesse langfristig sind und Saria die Investitionen tätigt, „die wir für sinnvoll erachten“. Später wird Bürgermeister Werner Arndt auf gezielte Nachfrage erklären, die Stadt habe den Markenweg nicht an Saria verkauft.

Für Proteste sorgen die weitschweifenden Formulierungen eines Architekten, der die Saria-Planungen erläutert. Entnervt bricht er ab. Die Moderatorin ist nur Staffage. Der Pressesprecher muss das Fotografierverbot für die Presse erklären: Saria habe hier Hausrecht, so die Begründung.

Dann stellt ein Wasser-Gutachter die Auswirkungen der Firmen-Erweiterung dar. Dass heute weniger Wasser gefördert werde als in den 80er Jahren und dass die Entnahme in 50 Meter Tiefe keinen Einfluss auf die Oberfläche habe.

Verseuchung mit Trichlorethen

Spannend wird es, als Fritz Dechert (Wir für Marl) „sein“ Thema anspricht: Trichlorethen, das der Saria-Vorgänger in früheren Jahrzehnten eingesetzt hat. Bis zu 40 Tonnen dieses gesundheitsschädigenden Stoffes sind in den Boden gelangt. 20 Kubikmeter Wasser werden stündlich gefördert, gereinigt und als Brauchwasser verwendet. Bis 2034 geht das mindestens, dann hofft man, unter die Grenzwerte gekommen zu sein. Die ausführliche unverblümte Darstellung beruhigte die Gemüter.

Nach genau zwei Stunden war Ende der Diskussion. Viele Politiker mussten gehen: In Alt-Marl stellte ihnen Rudimo noch einmal die Baupläne für die Herzlia-Allee vor, die im Stadtplanungsausschuss abgelehnt worden waren.

 
 

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