Ein Zirkusbesuch zum Verlieben

Einen dicken Kuss holte sich Leonie Wasmus bei Seelöwin Steffi ab.
Einen dicken Kuss holte sich Leonie Wasmus bei Seelöwin Steffi ab.

Recklinghausen.  „Ich glaub’ diesen Tag vergess’ ich mein ganzes Leben nicht.“ Leonie Wasmus ist begeistert. Die Elfjährige hat bei der Verlosung von WAZ und Zirkus Charles Knie ein Training mit den Seelöwen gewonnen und durfte auch alle anderen Tiere im Zirkus anschauen und fotografieren. Mit dabei, Bruder Tim (9), der eigentlich Robbenbegeisterte. Auch er durfte zu Steffi, der Kalifornischen Seelöwin.

„Steffi, Kuss!“ ruft Tiertrainer Marek Jama (36) und die große Ohrenrobbe gehorcht aufs Wort. „Aber nur, solange ich Fisch habe“, erklärt Jama. „Wenn sie satt sind, arbeiten sie auch nicht.“ Auch übers Fell streicheln darf Leonie, die ebenfalls „geküsst“ wird, das Tier einmal. Wie fühlt es sich an? Etwa glitschig? „Weich und glatt“, schwärmt die Elfjährige. „Wenn sie trocken sind, ist das Fell ganz kuschelig“, erklärt Jama den Kindern.

Kulus, der Bulle, fast doppelt so schwer wie Steffi, muss zuschauen, wie Steffi von Leonie und Tim ein Fisch nach dem anderen zugeworfen wird. Sehnsüchtig sieht er der Fütterung zu und muss sich gedulden. Auch er ist zwölf Jahre alt, kam aber erst vor knapp zwei Monaten aus einem spanischen Freizeitpark zum Zirkus Charles Knie, erläutert Pressesprecher Sascha Grodotzki. Fünf bis sechs Kilogramm fresse Robben-Kuh Steffi am Tag, Kulus etwa sieben bis acht Kilo, sagt Jama.

Leonie und Tim bedanken sich beim Tiertrainer, schenken ihm eine Karte. Dann heißt es „dürfen wir die streicheln?“ Die Zebras kommen neugierig an den Zaun. „Ja, wenn die Tiere wollen, dann gerne. Wir zwingen sie nicht“, antwortet Grodotzki. Die ponygroßen Vierbeiner aus der Gattung der Pferde lassen sich aber gerne streicheln. Kein Problem. Leonie gelingt ein schönes Foto von Tim mit einem Zebra, „das drucken wir für deine Klasse aus.“ Klar, denn die Schulklasse heißt schließlich Zebra-Klasse.

Weiter geht es, Grodotzki führt Susanne Wasmus mit ihren beiden Kindern aus Hochlarmark über den ganzen Zeltplatz. Papageien, Antilopen, Lamas und Ungarisches Steppenrind. „Kennt Ihr die? Dromedare haben einen Höcker und Trampeltiere zwei, beide gehören zur Familie der Kamele“, erklärt der Sprecher. Weiter geht es. „Boah, so nah habe ich Elefanten noch nie gesehen“, ruft Leonie begeistert und freut sich, dass Tim so tolle Fotos mit seinem Handy geschossen hat. „Mein Speicher ist aber auch fast voll, nur mit den Tieren von hier.“

Im Pferdestall ist es dann völlig um Leonie geschehen. Ein „Ohhh“ jagt das nächste, als sie an den Araberpferden, den Friesen und an den Mini-Ponys vorbei schreitet. „Die könnte ich so mitnehmen“, sagt Leonie und streichelt einem Pony über den Kopf. Dagegen aber hätte Sascha Grodotzki schon etwas. Gastfreundschaft hin oder her.

 
 

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