Dunkle Wolken über Langendorf

Das Fahrzeugbauunternehmen Langendorf befindet sich in einer finanziellen Krise.Foto:Lutz von Staegmann
Das Fahrzeugbauunternehmen Langendorf befindet sich in einer finanziellen Krise.Foto:Lutz von Staegmann
Foto: WAZ FotoPool

Waltrop..  Die alteingesessene Firma Langendorf (mit zurzeit 199 Mitarbeitern an der Bahnhofstraße in Waltrop) kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Ging es über Wochen vor dem Arbeitsgericht Herne um Zahlung des Weihnachtsgeldes aus dem Jahre 2011, wobei den klagenden Arbeitnehmern Recht gegeben wurde, musste der Fahrzeugbauer nun ein „Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung“ beim Amtsgericht in Bochum beantragen.

Ausschlaggebend ist die schlechte wirtschaftliche Entwicklung, die im Jahre 2009 aufgrund der Weltwirtschaftskrise einsetzte und zu einem starken Einbruch des Umsatzes führte, der in Folge dessen im darauffolgenden Jahr stagnierte. Zwar erholte sich der Umsatz in 2011 spürbar. Allerdings hatten die Entwicklungen der Vorjahre nachhaltig negativen Einfluss auf das Eigenkapital und die Liquidität, heißt es nun aus Firmenkreisen zur Begründung des Antrages auf ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverantwortung.

Fortführung des Unternehmens

Dieses Instrument, dass es erst seit dem 1. März 2012 gibt, bedeutet, dass ein vorläufiger Insolvenzverwalter nicht bestellt wird, sondern ein vorläufiger Sachverwalter. Im Einvernehmen mit den Gläubigern, vorläufigem Sachverwalter und dem Insolvenzgericht will das Verfahren die Fortführung eines Unternehmens unter dem Schutz der Insolvenzordnung ermöglichen. Die Geschäftsführung des Unternehms bleibt weiter im Amt, wird aber vom Sachverwalter (in diesem Fall Ulrich Zerrath aus Recklinghausen) überwacht, der gleichzeitig die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen hat.

„Wir nutzen die neuen Möglichkeiten der Insolvenzordnung, um die Langendorf GmbH nachhaltig zu sanieren und als stabilen Geschäftspartner und Arbeitgeber wieder wettbewerbsfähig und dauerhaft gewinnbringend aufzustellen“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Heinz Bernd Langendorf. Im vergangenen Jahr sei mit einem massiven Restrukturierungsprogramm begonnen worden, das nicht auf den Abbau von Mitarbeitern, sondern die deutliche Verbesserung aller innerbetrieblichen Abläufe ausgerichtet war. Langendorf sieht zwar deutliche Verbesserungen, „allerdings sind wir noch nicht am Ende des Weges.“ Jetzt habe die notwendige Liquidität gefehlt, um die angestoßenen Maßnahmen erfolgreich zu Ende zu bringen.

Die Belegschaft des Fahrzeugbauers wurde am Donnerstag im Beisein des 1. Vorsitzenden der IG Metall Verwaltungsstelle Recklinghausen, Rainer Matz, über die aktuelle Entwicklung im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert. Die Löhne und Gehälter seien in den ersten drei Monaten des Verfahrens über das Insolvenzgeld abgesichert, teilte man den Mitarbeitern mit.

 
 

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