DGB wehrt sich gegen Mobbing-Vorwürfe

Oyindamola Alashe

Recklinghausen. Sekretärin klagt gegen DGB-Mann. Krank durch Mobbing-Terror beim DGB. Erst überrascht, dann empört, nahm man derartige Schlagzeilen beim DGB Emscher-Lippe zur Kenntnis.

„Was ist denn da bei euch los?“, wurden die Mitarbeiter in den letzten Tagen skeptisch gefragt. Der Auslöser: In einem Prozess vor dem Bochumer Arbeitsgericht hatte eine DGB-Sekretärin gegen ihren Arbeitgeber geklagt. Der Vorwurf: Mobbing durch den Vorgesetzten habe sie krank ge­macht. Als man ihr zur gütlichen Einigung eine freie Stelle in Recklinghausen anbot, lehnte sie ab. Die Begründung: Auch dort werde gemobbt.

„Wir sind nicht einmal prozessbeteiligt und werden auf einmal als Mobber in der Öffentlichkeit dargestellt“, sagt Josef Hülsdünker, Vorsitzender der DGB-Region Emscher-Lippe. Er und seine Kollegen sind entsetzt und finden die Vorwürfe „alles andere als witzig“. Immerhin habe man bisher keinerlei Kontakt zu der Bochumer Kollegin gehabt, wundert sich das Team um Hülsdünker.

„Mobbingvorwürfe sind schnell erhoben, aber leider schwierig zu widerlegen“, sagt Hülsdünker. „Das schadet unserem Ruf und wirft ein schlechtes Licht auf unsere Arbeit“, sagt eine seiner Mitarbeiter enttäuscht.

Von Mobbingfällen will man in Recklinghausen nichts wissen. „Wir sind keine Mobber“, so der Tenor. Fahl sei der Beigeschmack der Ge­schichte, da man als Gewerkschaft um einen vorbildlichen Umgang mit dem Thema bemüht sei. Auch im eigenen Unternehmen wolle man für die psycho-soziale Belastung sensibilisieren.

Warum die Bochumer Kollegin Vorwürfe gegen die Recklinghäuser aufbrachte – „darüber können wir nur spekulieren“, so Hülsdünker. An den DGB als Arbeitgeber habe man sich aber gewandt, in der Hoffnung auf Unterstützung. Hülsdünker behält sich vor, bis Mitte Mai mögliche rechtliche Schritte gegen die Kollegin zu prüfen. „Die Äußerungen sind diffamierend. Das lassen wir uns nicht gefallen.“

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