Brückenkoloss geht auf Reisen

Mit zwei Spezialkränen wurde in der Nacht zum 13. Mai an der Herner Straße eine ehemalige Zechenbahnbrücke aus den Lagern gehoben und zur Sanierung auf das Gleisbett gelegt.
Mit zwei Spezialkränen wurde in der Nacht zum 13. Mai an der Herner Straße eine ehemalige Zechenbahnbrücke aus den Lagern gehoben und zur Sanierung auf das Gleisbett gelegt.
An der Herner Straße in Herten begannen die Arbeiten für neuen RVR-Radweg von der Halde Hoheward bis zum ehemaligen Bergwerk Lippe in Westerholt

Herten.. Riesige Kräne ragen in den nächtlichen Himmel. Der letzte Linienbus der Vestischen zwängt sich an der hell erleuchteten Szenerie vorbei. Dann gehört die Herner Straße den Spezialisten für schwere Kolosse. Ihre Aufgabe: Die Brücke der ehemaligen Zechenbahn aus den Angeln zu heben.

Sie soll für Instandsetzungsarbeiten nebenan aufs Gleisbett abgesetzt werden. „Dazu müssen wir ein Podest bauen, damit auch Arbeiten unter der Brücke erfolgen können“, erklärt Dieter Grünewald von der Kranfirma Buller. „Weil wir beim Ausschwenken 26 Metern Ausladung haben, kommt hier ein 350-Tonnen-Kran zum Einsatz.“ Immer mehr Gegengewichte werden an dem Giganten aufgestapelt, um die 42 Tonnen Brücke sicher an ihren neuen Platz zu bewegen. Nach fast fünf Stunden Vorbereitung kann Grünewald das Kommando zum Anheben geben – nachdem auch die letzten Verbindungsrohre im gleißenden Schweißbrennerschein gekappt sind. Millimetergenau hebt sich das grüne Bauwerk aus seinen Lagern. Nach gut 15 Minuten haben die beiden Kranführer ihre Last am neuen Standort abgelegt. „Das hat ja gut geklappt,“ freut sich Ulrich Carow vom Auftraggeber Regionalverband Ruhr (RVR). „Wir starten hiermit den Ausbau der alten Zechentrasse zu einem Radweg zwischen der Halde Hoheward bis zum ehemaligen Bergwerk Lippe in Westerholt. Wo es geht, werden auch später die anderen Brücken entlang der Strecke ausgebaut und saniert.“

Ulrich Carow betont, dass der RVR mit dem neuen asphaltierten Weg nicht nur Freizeitradler ansprechen will. „Wir möchten auch erreichen, dass immer mehr Pendler auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen.“

 
 

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