BM-Kandidatin der Linken darf nicht antreten

Die Bürgermeister-Kandidatin der Linken, Martina Ruhardt, ist wegen fehlender Unterlagen nicht zur Wahl zugelassen worden. Gegen einen entsprechenden Beschluss des Wahlausschusses am Freitagnachmittag legte die Partei umgehend Widerspruch ein.

Herten. Die Linke hatte bei einem Parteitag am 8. Dezember 2013 Martina Ruhardt (53) zur Bürgermeisterkandidatin gekürt. Doch auf der Bewerberliste, die die Stadtverwaltung nach Ablauf der Bewerbungsfrist (7. April) am Mittwoch veröffentlichte, tauchte ihr Name überraschend nicht auf.

Wahlleiter Volker Lindner betonte, die Linke habe im städtischen Wahlamt kein Formular für eine BM-Kandidatur eingereicht."Ein Wahlvorschlag für Frau Ruhardt als Bürgermeister-Kandidatin liegt uns schlichtweg nicht vor. Also darf sie nicht antreten." Ein Versäumnis auf Seiten der Stadtverwaltung könne er nicht erkennen, so Lindner. Man habe jeden einzelnen Arbeitsschritt "superpräzise dokumentiert."

Die Linke behauptet das Gegenteil.Es seien alle Unterlagen frühzeitig abgegeben worden. Das Formular für die Bürgermeisterwahl müsse im Wahlamt verloren gegangen sein.Die obligatorische Empfangsbestätigung, die als Beweis gedient hätte, kann die Linkejedoch nichtvorweisen.

Am Freitagnachmittagtagte der Hertener Wahlausschuss. Er hattedie Zulassung der Kandidaten für die Bürgermeister-, Gemeinderats- und Integrationsratswahl am 25. Mai offiziell zu beschließen. Dies tat der Ausschuss auch, im Fall der Bürgermeisterwahl jedoch mit einer Nein-Stimme von Linke-Ratsfrau Daniela Prinz.

Die Linke hätte nun drei Tage Zeit gehabt, beim Wahlleiter Beschwerde einzulegen. Die Parteivertreter Ingo Boxhammer und Stefan Springer erledigten dies jedoch unmittelbar nach Sitzungsende. Über die Beschwerdemuss nun der Wahlausschuss des Kreises Recklinghausen beraten.

Die Listen für die Ratskandidaten der Linken sind vom Wahlausschuss zugelassen worden. Martina Ruhardt steht auf Listenplatz 1. Der wahrscheinliche Verlust ihrer Bürgermeister-Kandidatur schmerzt sie trotzdem: "Ich bin traurig. Das ist mir alles unbegreiflich."

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