Bioindustrie auf Wachstumskurs

Die Saria-Gruppe will ihren Standort an der Rennbachstraße erweitern.Foto:Joachim Kleine-Büning
Die Saria-Gruppe will ihren Standort an der Rennbachstraße erweitern.Foto:Joachim Kleine-Büning
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Marl..  Seit die Firma Saria im vergangenen Herbst ihre Pläne für eine Betriebserweiterung an der Rennbachstraße öffentlich machte, gibt es Bürgerproteste gegen eine neuerliche Vergrößerung des Firmengeländes. Anwohner befürchten insbesondere eine Zunahme von Lärm und Gestank, kritisierten zudem mehrfach die „katastrophale Informationspolitik“ des Unternehmens. Bei Saria sieht man das derweil ganz anders.

Man sei „jederzeit“ zum sachlichen Austausch bereit, erklärte Firmensprecher Marcel Derichs gestern bei einem Vor-Ort-Termin an der Rennbachstraße, wo er und Patrick Wilkens, Geschäftsführer der Saria-Tochter KFU (Knochen- und Fett-Union), Details der Erweiterungspläne in Erinnerung riefen: Um sechs Hektar soll der Saria-Standort in Marl wachsen; im Gespräch ist dabei derzeit die Fläche vom jetzigen Firmen-Komplex bis hin zur Schachtstraße. Insgesamt 57 Millionen Euro will Saria in die Erweiterung investieren. Neben einer Produktionslinie für Tierfutter will die Firma, an der Rennbachstraße künftig auch Biowirkstoffe für die Pharmaindustrie herstellen. Zudem sollen bei der Schlachtung und Zerlegung anfallende, aber für den hiesigen Markt nicht verwertbare Fleischprodukte (etwa Schweine-Schnauzen, -Pfoten) für internationale Kunden passgenau sortiert werden. Mittelfristig 270 neue Arbeitsplätze sollen so insgesamt entstehen.

Natürlich, betonen Derichs und Wilkens, müssten vor der Standort-Erweiterung die obligatorischen Verfahren durchlaufen werden, in denen u. a. auch geprüft wird, ob eine derartige Umsetzung technisch und rechtlich überhaupt möglich ist. Aber ein Mehr an Geruchsbelästigung sei nicht zu erwarten. Ebenso verhalte es sich mit der Befürchtung einer Zunahme des Verkehrsaufkommens: Das Lkw-Aufkommen erhöhe sich gegenüber dem Ist-Stand lediglich um etwa ein Fahrzeug pro Stunde. Und was den notwendigen ökologischen Ausgleich für den Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet angehe, so habe Saria zu diesem Zweck in unmittelbarer Nähe des Standorts an der Rennbachstraße bereits entsprechende Flächen erworben, erklärte Wilkens.

„Unser Fokus liegt auf Marl“, betont der KFU-Geschäftsführer. Sollten die Erweiterungspläne an der Rennbachstraße realisiert werden, dann verfüge Marl über einen Bioindustrie-Anlagenkomplex, „den es in ganz Europa nicht noch einmal gibt“. Aber, so schob Wilkens nach, die Standorterweiterung müsse vor Ort auch gewollt sein: „Marl ist nicht alternativlos.“

 

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