BI zeigt, wie groß Saria werden soll

Sprecher Ludger Vortmann (r.) zeigt die Ausgleichsfläche, die nun ebenfalls wieder überbaut werden soll, was nicht zulässig sein könne.Foto: Oliver Mengedoht
Sprecher Ludger Vortmann (r.) zeigt die Ausgleichsfläche, die nun ebenfalls wieder überbaut werden soll, was nicht zulässig sein könne.Foto: Oliver Mengedoht

Marl..  Von den 40 Teilnehmern des Info-Spaziergangs am Sonntag rund um Saria wurden selbst die Macher der Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“ überrascht. „Damit hatten wir bei dem Wetter nicht gerechnet.“ Wie Sprecher Ludger Vortmann zu Beginn erklärte, „wollen wir den Anwohnern einfach mal zeigen, wie groß die Erweiterung der Firma werden soll“. Zudem soll dafür genau die Ausgleichsfläche genutzt werden, die 2010 geschaffen worden war, um die damalige Unternehmenserweiterung zu kompensieren — „das ist durch das Landschaftsschutzgesetz verboten“, ist Vortmann sicher.

Firma in Chemiepark verlagern

Der 44-jährige Anwohner zeigte auf das Wäldchen an der Ecke Markenweg/Rennbachstraße und die ganze Wiese zwischen diesen Bäumen und Saria, „das hat die Rethmann-Gruppe schon gekauft, um es zu überbauen“. Eigentlich sollte dort der Natur freier Lauf gelassen werden, stattdessen solle nun alles gerodet werden. Vortmann, seine Kollegen Ralf Neumann und Berthold Böcker führten die interessierte Gruppe einmal rund um den Betrieb, beantworteten Fragen und hörten auch Erinnerungen und Berichte der Teilnehmer.

Willi und Hildegard Gerner etwa, seinerzeit die nächsten Anwohner der ehemaligen TBA (Tierkörperbeseitigungsanstalt), erzählte plastisch, wie sie 1989 den Großbrand über acht Tage erlebten und ihr Gemüse im Garten nicht mehr essen durften.

„Wieso weisen wir dauernd Gewerbegebiete aus, wenn die dann nicht genutzt werden?“, fragte Ingo Bielawski vom Naturschutzbund Nabu. „Ich finde es so schlimm, dass wir unseren Kindern Regeln beibringen und dann sehen, wie im Stadtrat plötzlich alles wieder kippt“, verlieh Kerstin Springer von der Frentroper Straße ihren Sorgen Ausdruck. Die Biogasanlage sei auch „bewusst geheim gehalten“ worden, davon hätten die Anwohner erst bei der Einweihung erfahren, schilderte die Mutter. „Da sind wir etwas wacher geworden.“ Aus Haltern ist Klaus Büchi mit Frau und Enkeln gekommen. „Ich bin durch das Internet aufmerksam geworden und unterschreibe auch dagegen, dass es hier immer stinkt und die Bäume fallen sollen.“ Über den Sonntagsspaziergang anderer Art will er auf Lokalschnipsel.de berichten.

Die Arbeitsplätze sollen auf jeden Fall erhalten bleiben, so Ludger Vortmann; aber doch bitte im Chemiepark oder einem anderen Gewerbegebiet.

 
 

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