Bald kommt der Brückenschlag

Vorbereitung der Abbrucharbeiten der Eisenbahnbrücke über die Schulstraße in Recklinghausen Suderwich. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
Vorbereitung der Abbrucharbeiten der Eisenbahnbrücke über die Schulstraße in Recklinghausen Suderwich. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ FotoPool
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Recklinghausen.. Jahrzehntelang hat sie das Gesicht des Stadtteils mitgeprägt. Noch lange stehen wird die Zechenbahnbrücke an der Schulstraße in Suderwich aber nicht mehr.

Denn voraussichtlich im Juni wird sie abgerissen und weicht einer neuen, für den Straßenverkehr komfortableren Brücke. Das war eine Bedingung der Stadt, so Städteplaner André Kintrup. Der Querschnitt der alten Brücke sei nicht groß genug, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wenn zwei Autos unter der Brücke nebeneinander herfahren und zugleich Fußgänger den Bereich passieren. In dieser Woche wurden zur Vorbereitung des Abbaus bereits Bäume gefällt.

Abriss und Neubau finanziert der Energieriese Eon. Der nämlich will auf der ehemaligen Zechenbahntrasse eine Fernwärmeleitung vom Kraftwerk Datteln bis zur Herner Straße nach Recklinghausen errichten. Aufgesetzt auf die großen Rohre werden soll das künftige Brückenelement, das wiederum Teil des RVR-Rad- und Wanderweges sein soll. Bislang von der Hertener Straße im Recklinghäuser Westen bis zur Herner Straße ausgebaut, soll der Weg später über insgesamt 14,5 Kilometer bis zur Halde Blumenthal in Oer-Erkenschwick führen.

Wann der Regionalverband Ruhr den Bau fortsetzen kann, ist indes noch ungewiss. „Es gibt noch keine genehmigten Gelder von der Bezirksregierung“, sagt Uli Ramthun (RVR). Etwa fünf Millionen Euro würde der zunächst projektierte Bau über 8,5 Kilometer mit seinen insgesamt sieben Brücken vom Yachthafen König-Ludwig über die Orthlohstraße bis zum Becklemer Bach östlich von Datteln kosten. Bauzeit: drei Jahre. Die Grundstücke dafür seien bereits erworben, anders als für den dahinter folgenden Bereich bis nach Oer-Erkenschwick. Die Planungen sind abgeschlossen. „Wann allerdings gebaut wird, weiß momentan niemand. Irgendwann eben“, sagt Recklinghausens Städteplaner Kintrup. Vom RVR würde die Trasse später dann als Baulast in den Besitz der beteiligten Städte übergehen, die sie zu unterhalten hätten.

Während der Radtrassen-Bau also erst einmal noch auf sich warten lässt, wird in Suderwich definitiv mit der Sanierung von Kanal und Straßen begonnen. Mitte März lässt die Stadt die Arbeiten an der Margaretenstraße beginnen, die die Schulstraße mit der Katharinenstraße verbindet. Die Ausschreibung sei beendet, die Aufträge erteilt. Vier Monate wird die erste Phase der Sanierung dauern. Dann soll die parallel verlaufende Wilhelminenstraße ebenfalls auf Vordermann gebracht werden.

Bei beiden sind „Kanal und Straße marode“, so Stadtplaner Kintrup. Nach Abschluss der Maßnahme soll dann im nächsten Jahr auch die Schulstraße inklusive Kanal erneuert werden. Die Zechenbahnbrücke muss bis dahin beseitigt sein, was mit Eon abgestimmt sei. Man habe extra einen großen Puffer gelassen zwischen dem vermutlichen Abrisstermin im Juni und dem Beginn der Straßenbauarbeiten. Und Kintrup versichert: „Unabhängig vom Ausgang des Streits um das Kraftwerk Datteln wird die Brücke auf jeden Fall abgerissen.

 
 

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