Ausländerbehörde der Stadt Herten ist verwaist

Herten. Seit vergangenem Mittwoch sind alle vier Mitarbeiter erkrankt – mindestens bis Ende der Woche. Einzig Bereichsleiter Rainer Berkau hält als letzter die Stellung.

„Das bedeutet, dass leider alle Termine für diese Woche ausfallen müssen.“ Stadtsprecherin Nele Däubler erklärt, warum kein Ersatz für die erkrankten Mitarbeiter ad hoc gefunden werden kann: „Das Ausländerrecht ist zu komplex und vertrakt. So ist es nicht möglich, Personal aus einer anderen Abteilung abzuziehen und von diesem zu erwarten, dass es korrekte Auskünfte erteilt. Wir wollen eben keine Fehler begehen.“ Dass eine komplette Behörde krankheitsbedingt ausgefallen ist, sei Däubler noch nicht vorgekommen. So steht nur noch Bereichsleiter Rainer Berkau bereit, kompetent Auskünfte im Ausländerrecht zu erteilen. Dringende Anträge, in denen Fristen einzuhalten seien bei wie Duldungen und Aufenthaltsgenehmigungen, würden von Berkau bearbeitet. Somit sei die Grundsicherung für Migranten, Flüchtlinge oder auch Asylbewerber gewährleistet.

Allerdings hätte kein Kunde durch die Krankheitswelle Nachteile zu erwarten. Wohlfahrtsverbände, die sich für Flüchtlinge oder Asylbewerber einsetzen, seien bereits informiert worden. Eventuelle Abschiebungen würden so lange auf Eis gelegt, bis die städtischen Mitarbeiter die rechtlichen Grundlagen aufgearbeitet hätten.

Trotz der Misere befürchte man von Seiten der Stadt nicht, dass es große Probleme geben werde, auch wenn numerisch 7065 Bürger mit ausländischem Ausweis in Herten leben. „1290 von ihnen sind EU-Bürger, mit denen wir nahezu keine Arbeit haben. Zudem lebt ein Großteil der Bürger mit einer dauerhaften Niederlassungserlaubnis. Somit dürfte die Zahl der potenziell problematischen Fälle nicht allzu groß sein“, betont Däubler.

Der Personalsituation geschuldet, müssten jedoch alle Termine bis einschließlich Freitag, 25. Februar, abgesagt werden. Wie es in der darauf folgenden Woche aussieht, könne ebenfalls noch nicht gesagt werden. Berkau: „Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 28. Februar und 4. März einen Termin bei uns vereinbart haben, sollten sich vorab telefonisch bei uns erkundigen, ob der zuständige Sachbearbeiter wieder im Dienst ist. So hoffen wir, dass den Kunden unnötige Wege erspart bleiben.“ Nele Däubler: „Lieber verschieben wir die Termine, als dass es zu Problemen kommt. Wir werden möglich machen, was möglich ist.“

Notfalltelefon: Rainer Berkau, 02366 30 32 30.

 
 

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