Anwohner in Rage

Jahrzehntelang parken Anwohner der Schillerstraße auf einer meterlangen Schotterfläche vor ihren Wohnungen. Jetzt fanden sie plötzlich ein Knöllchen an ihren Windschutzscheiben. Das Ordnungsamt verlangt 20 Euro Verwarnungsgeld.

Marl. "Lächerlich!", schimpft Anliegerin Doris Nagel, "der Bürgersteig ist fünf Meter breit. Hier kommen mehrere Leute vorbei und noch ein Radfahrer dazu. Da können die Politessen doch nicht knallhart Knöllchen an die Scheiben heften."

Doris Nagel fragt sich auch, wo Autofahrer, die zu Besuch kommen, in der Schillerstraße parken sollen: "Wenn die sich auf die Straße stellen, kommt keiner mehr durch."

Stadtsprecher Rainer Kohl erinnert daran, dass das Parken auf Gehwegen grundsätzlich nicht erlaubt ist - egal, wie breit ein Gehweg ist und egal, wie oft man vorher nicht erwischt wurde. Mit Blick auf die breite Schotterfläche räumt er aber ein: "Dass die Leute dort parken, ist mehr als verständlich."

Ordnungsamtsleiter Heinz-Peter Mühlenberg macht den verärgerten Anliegern deshalb einen Vorschlag: Die Nachbarn sollten sich absprechen und beantragen, dass die Schotterflächen neben dem Bürgersteig fürs Parken freigegeben werden. Die Stadt werde ihren Antrag dann prüfen.

Wenn Schilder aufgestellt werden, die das Parken auf dem Gehweg erlauben, müssten die Anlieger sie allerdings bezahlen. Doris Nagel findet den Vorschlag nicht schlecht und will sich mit ihren Nachbarn zusammensetzen.

EURE FAVORITEN