Anneke Schwabe - eine Frau von heute

Recklinghausen.. Eva Mattes besang in der Kunsthalle den Himmel über Berlin. Jetzt kommt ihre Schauspielkollegin Anneke Schwabe (32) ebenfalls auf Einladung der Ruhrfestspiele ins Museum und wird einen fesselnden Monolog halten über die Romanfigur „Gilgi“.

Mit Anneke Schwabe sprach vor der Premiere im Rahmen von Fringe WAZ-Redakteurin Elisabeth Höving.

Das Ruhrfestspielpublikum kennt Sie ja bereits gut.

Schwabe: Ja, ich komme jetzt zum fünften Mal nach Recklinghausen. Ich habe hier schon die „Sally Bowles“ in der Dreigroschenoper gespielt, und 2008 in der Komödie „Happy End“. Ich komme jetzt gerne zurück.

Was reizt sie an den den Ruhrfestspielen?

Nun, ich finde die Festival-Atmosphäre sehr schön, zudem mag ich die Geschichte der Ruhrfestspiele. Die Vorstellungen sind meistens voll. Das Publikum hier empfinde ich als sehr aufmerksam, die sind einfach sehr da.

Was erwartet das Publikum bei der Produktion „Gilgi“?

Ich spiele in dem Stück gleich fünf Rollen. Im Mittelpunkt aber steht Gilgi, eine junge Frau in den Dreißiger Jahren. Die hat sich gerade ein sehr selbstständiges Leben aufgebaut, an dem sie nahezu manisch festhält, das sie verteidigt. Bis sie sich verliebt. Da beginnt ihr Gerüst zu bröckeln. Sie gibt sich der Liebe hin und damit sich selbst auf.

Kann Gilgi den Zuschauern heute noch was geben?

Auf jeden Fall, das ist eine von uns. Jede Frau heute kann Gilgi sein. Der Stoff ist absolut zeitlos und aktuell.

Mit Ihnen stehen noch drei Musiker auf der Bühne.

Ja, aber dennoch ist es vor allem Sprechtheater. Dazu aber werden drei kleine Lieder erklingen. Die hat übrigens Christian Redl getextet und komponiert.

Von der großen Bühne in die Kunsthalle

Sie werden diesmal an ungewöhnlichem Ort Theater machen, haben Sie die Kunsthalle schon kennengelernt?

Nein, noch nicht, aber ich bin schon ganz aufgeregt, wie der sein wird. Bislang bin ich nur auf der großen Bühne aufgetreten und einmal in der Altstadtschmiede.

Zeitgleich zeigt das Museum eine Kleist-Ausstellung zum Thema der diesjährigen Festspiele. Hat das eine Beziehung zu Ihnen?

Auf jeden Fall, ich mag Kleist sehr. Während meiner Zeit auf der Schauspielschule habe ich die Penthesilea gespielt. Ich habe mich damals sehr in diesen Text verliebt und Kleist schon damals für mich entdeckt.

Sie haben auch viel für Film und Fernsehen gearbeitet, unter anderm die ZDF-Serie „Der Fürst und das Mädchen“. Gibt’s da neue Projekte?

Im Moment nicht, ich habe überhaupt in den letzten Jahren weniger gedreht und mehr Theater gemacht. Ich bedauere das nicht, das war eine bewusste Entscheidung. Fernsehen ist nicht immer die ganz große Erfüllung, obwohl: Möglicherweise drehe ich im Herbst wieder. Diese Woche habe ich eine Premiere am St. Pauli-Theater Hamburg.

Mit Klaus Lemke haben Sie vor Jahren den TV-Film „Finale“ gedreht. Thema war die Fußballweltmeisterschaft. Auch 2010 für Sie ein Thema?

Ganz bestimmt. Ich habe während meiner Studienzeit einige Monate in Kapstadt in Südafrika gelebt und habe bis heute Freunde dort. Für mich gibt es immer eine Brücke dorthin. Die WM halte ich für eine große Chance für dieses Land. Ich fliege zwar nicht hin, werde die Spiele aber verfolgen.

 
 

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