Am Ziel vorbei

Viele Kommentare haben uns zum Thema Raucherunterstände an der Hohen Straße erreicht. Mehrheitsmeinung: Diese Folge des verschärften Nichtraucherschutzgesetzes gehe am Ziel vorbei. Ein Auszug der Stimmen:

Datteln. Wolfgang Eschhold meint, die Nichtraucherschutzregelung, die bis 1. Mai galt, müsse wieder her. Das jetzige Gesetz sei eine "Diskriminierung der Raucher". Er selbst sei schon lange Nichtraucher. Eschhold hält ein Raucherzimmer in der Kneipe allemal für besser, als frierende Raucher vor der Kneipe - ob mit oder ohne Zelt.


Ähnlich sieht das eine 55-jährige Dattelnerin. "Ich finde es schrecklich, dass Leute draußen vor der Tür stehen, Bier trinken und Zigarette rauchen. Was macht das für einen Eindruck auf Kinder und Jugendliche? Das ist viel schlimmer, als wenn Raucher in Kneipen rauchen."


"Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass solche Konstruktionen zugelassen sind", wettert IGA-Optic-Geschäftsführer Carsten Schünemann gegen die Raucherunterstände. Der Stadt wirft er "Unfähigkeit" vor. Was er vermisst ist u.a. ein Weihnachtsmarkt. Durch "ein katastrophales Stadtbild" würden Kunden "in Scharen zum Einkaufen in andere Städte getrieben". So werde der Dattelner Kaufmannschaft "ein Messer in den Rücken gerammt".


SPD-Mitglied Siggi Lempsch sieht die Sache politisch, obwohl seine eigene Partei und deren Regierungspartner, die Grünen, das verschärfte NRW-Nichtraucherschutzgesetz zu verantworten haben. Er habe an den Dattelner Landtagsabgeordneten Hans-Peter Müller (SPD) geschrieben und gefordert: "Das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz muss sofort aufgehoben werden. Wir brauchen keine Bevormundungspolitik."
Ähnlich äußert sich Theo Groß-Heitfeld. Für ihn grenzt das schon an Verfolgung der Raucher. Er kritisiert darüber hinaus, dass "eine kleine Gruppe in Düsseldorf die Kneipenlandschaft einfach kaputt macht."


Auch auf unsere Internet-Artikel gibt es eine Reihe Kommentare. Leser "T.P.K" meint: Das Stadtbild leide durch Raucherzelte und die "piefenden Mitmenschen" darunter. Die Stadtverwaltung hätte das verhindern müssen. So werde Nichtraucherschutz umgangen.


"Vira" hat Verständnis für die Not von Wirten und Rauchern, "aber unsere Stadt mit solchen Zelten zu verschandeln, ist auch keine Lösung." Die Attraktivität der Dattelner City leide. "Denkt mal an die benachbarten Geschäfte, die ihre Schaufenster schön gestallten und da schaut keiner, weil mehrere Raucher sie dabei beobachten."


User "blubb123", meint: "Mir tut es leid für die Wirte. Erst dürfen sie nicht mal mehr selbst entscheiden ob geraucht werden darf und jetzt werden sie auch noch angekreidet. Es ist nicht schön, das stimmt wohl aber (…) es gibt schlimmere Ecken in Datteln, über die man sich aufregen sollte."

Machen Sie mit bei unserer Umfrage im Internet zu den Raucherunterständen auf der Hohen Straße: