Ärger ums Parken spitzt sich zu

Dicht an dicht stehen die Gebrauchtwagen auf dem Gelände der Autowelt Herten. Das Unternehmen an der Ecke Nimrodstraße/Schützenstraße platzt aus allen Nähten. Anwohner sind genervt von falsch parkenden Autos ringsum, berichten von lautstarken Verkaufsverhandlungen auf Gehweg und Straße. Die Situation könnte sich sogar noch verschärfen, denn Ersin Oral, der das Geschäft leitet, hat bald noch weniger Platz.

Herten-Süd. Hundert Gebrauchtwagen stehen eng geparkt auf dem Firmengelände an der Ewaldstraße 81. Zwar gibt es dort fünf Kundenparkplätze, doch die reichen offensichtlich nicht aus. So stellen Besucher ihre Fahrzeuge regelmäßig auf dem Gehweg der Schützenstraße oder im absoluten Halteverbot an der Nimrod-
straße ab. Da, wo kein Halteverbot besteht, beklagen Anwohner zugeparkte Ausfahrten ihrer Grundstücke. Wer mit dem Auto aus dem Weißdornweg kommt, hat oft Schwierigkeiten um die Ecke zu kommen, weil gegenüber oft Fahrzeuge parken. "Das Problem mit der Parkerei ist alt" Manchen Anliegern wäre ein absolutes Halteverbot auf diesem Abschnitt der Nimrodstraße zwischen Schützen- und Jägerstraße recht. Das gibt es bereits seit 1998, allerdings nur im Bereich der Autowelt. Damals residierte dort noch das Autohaus Knappe (Subaru). "Das Problem mit der Parkerei ist alt", sagt Anne-Kathrin Lappe, Sprecherin der Stadt. Oft sei es auf der Nimrodstraße am Autohaus zu so drangvoller Enge gekommen, dass Busse der Vestischen kaum durchkamen. "Deshalb wurde das absolute Halteverbot eingerichtet."
Ersin Oral (49) und die Autowelt, die dann und wann den Namen wechselt ("Autogalerie Herten", "Autozentrum Recklinghausen"), nutzen das Gelände seit 2005. Oft habe er Probleme mit dem Ordnungsamt, sagt Oral. Er fühlt sich über Gebühr kontrolliert. "Kaum parkt hier mal einer falsch, schon kommt jemand von der Stadt vorbei." Tatsächlich wurden hier allein im letzten Jahr 61 Knöllchen geschrieben.

Eine Lösung schien 2008 gefunden, als die Stadt der Autowelt den angrenzenden Randstreifen vermietete, der das Firmengelände vom Weg zur ehemaligen Gärtnerei Gottschling (Ewaldstraße 83) trennt. "Der war ganz verwildert. Wir haben ihn für viel Geld hergerichtet, nutzen ihn für Werkstattautos und angekaufte Wagen", so Oral Städtischer Lagerraum 2010 zog die Firma nach Recklinghausen, 2012 kehrte sie nach Herten zurück. "Dann hat die Stadt uns gekündigt." Die Autowelt sollte den Streifen nicht mehr nutzen, weil der Zuweg zur Gärtnerei von der Stadt in ganzer Breite benötigt werde, erklärt Lappe. Im dortigen Haus sind drei Flüchtlingsfamilien untergebracht. "Außerdem hat die Stadt dort einen Lagerraum, der häufig angefahren wird", sagt Lappe. Der Müllwagen müsse den Weg zur Entleerung der Container befahren. "Und dann geht es ja auch um einen angemessen breiten Rettungsweg."

Ersin Oral prozessierte gegen die Kündigung - und verlor. Seine Autos stehen immer noch auf dem Weg. Zu Recht, wie er meint: "Schließlich hat die Stadt bis März 2016 Miete von mir kassiert. Jetzt soll ich 3 000 Euro Strafe zahlen - warum?" Er sagt, er könne den Betrieb nicht verlegen. "Wir haben das Gelände gekauft." Er will nun das angrenzende Grundstück erwerben. Die Kündigung des Seitenstreifens sei geschäftsschädigend. Sogar die Zufahrt zur Werkstatt wolle man ihm sperren. "Warum macht die Stadt unsere Firma kaputt?"

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