27 Monate Bauzeit auf der Castroper Straße

Es wird eine lange Zeit für die Anwohner der Castroper Straße zwischen Mühlenbach und Kinderklinik. Die Bewohner von knapp 80 Häusern müssen mit einer rund 27 Monate langen Tiefbauphase auf diesem Teilstück rechnen.

Datteln.. Wie berichtet, wird die Stadtverwaltung auf der B 235 die Kanalisation erneuern. Allein diese Maßnahme wird 18 Monate dauern. Deren Baustart wurde aktuell von 2015 aufs Frühjahr 2016 verschoben. Aber schon ab Juli/August, so erklärt Dattelns Tiefbauchef Josef Kiffer, werden die verschiedenen Versorger wie Westnetz, Gelsenwasser und Telekom die Bürgersteige aufreißen, um vor der eigentlichen Kanalbaumaßnahme Leitungen zu erneuern.

Parallel seien die Maßnahmen von Stadt und Versorgern aufgrund der baulichen Situation nicht durchführbar, sagt Josef Kiffer. "Dafür ist es dort zu eng. Die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern wäre dann nicht mehr gewährleistet", sagt Kiffer.

Ohnehin sei das Thema Verkehrssicherheit ein großes Problem bei der langen Baumaßnahme. Deswegen hat die Stadt eigens ein Büro für Verkehrssicherheit ins Boot geholt, um das Ganze abzuwickeln. Denn am Plan, trotz der breiten Baugrube den Verkehr auf der B 235 in beiden Fahrtrichtungen aufrechtzuerhalten, soll nicht gerüttelt werden.

Gut für die Tausenden Autofahrer, die sich täglich über die Castroper Straße quälen. Die werden sich noch mit Grausen an 2006 erinnern. Als die Lebensader der Stadt, die B 235, eine neue Asphaltschicht bekam und zeitweise das Chaos regierte.

Gebuddelt wird - von der Innenstadt kommend - auf der rechten Seite, und zwar im Bereich des Radwegs und des Parkstreifens. "Wir werden die Anwohner aber noch umfassend im Vorfeld der Maßnahme informieren", verspricht der Tiefbauchef.

Auf dem etwa einen Kilometer langen Teilstück zwischen Mühlenbach und Kinderklinik bekommt die Castroper Straße eine neue Kanalisation. Die alte stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Zusätzlich zu dem neuen Kanalrohr fürs Schmutzwasser wird ein Drainagekanal verlegt.

Denn der alte Schmutzwassersammler ist nach Jahrzehnten undicht geworden, nimmt über die Risse sauberes Grundwasser auf und führt das zur Kläranlage, wo es teuer gereinigt werden muss - und folglich die Abwassergebühren belastet. Und in dem betroffenen Bereich der B 235 gibt es gewaltige Mengen Fremdwasser. Nach Angaben Kiffers liegt der Fremdwasseranteil bei rund 75 Prozent.

Nach der Erneuerung liegt in der Castroper Straße aber ein dichtes Schmutzwasserrohr, das Grundwasser nicht mehr aufnimmt. Ohne zusätzlichen Drainage-Kanal käme es deshalb zwangsläufig zum Anstieg des Grundwassers. Der Drainage-Kanal soll verhindern, dass die betroffenen Häuser feuchte Keller durch steigendes Grundwasser bekommen.

Die Maßnahme ist mit 2,6 Mio. Euro veranschlagt. Die Kosten werden auf die Abwassergebühren umgelegt.

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