Velberter Tierschutzverein weiter unter Beschuss

Bild : Detlev Kreimeier
Bild : Detlev Kreimeier
Foto: WAZ FotoPool

Velbert.. Nachdem Kreisveterinär Joachim Müller vor zwei Wochen das Velberter Tierheim schließen ließ, hagelt es weiter Kritik: Das Tierheim soll bewusst 30 Straßenhunde aus Ländern wie Rumänien herbeigeschafft haben - ohne adäquate Unterbringung und Vermittlung.

Es tut sich immer noch nichts im Tierheim – es bleibt weiterhin geschlossen. Vor zwei Wochen hatte der Kreisveterinär das Asyl an der Langenberger Straße wegen erheblicher hygienischer Mängel bei der Haltung der Tiere sowie fehlender Sachkunde bei den Mitarbeitern schließen lassen. Seither schaut das Mettmanner Amt täglich vorbei und wacht darüber, dass die Tiere ordentlich verpflegt und beschäftigt werden.

Viele Menschen nehmen Anteil am Drama rund um die Tierunterkunft; der Velberter Katzenzüchterverein 1.ITAVC sagte bereits eine Futterspende in Höhe von 500 Euro zu. Gleichwohl hat das Veterinäramt verfügt, Katzen und Kaninchen in andere Heime zu verlegen. Dringend erwünscht sind aber nach wie vor Freiwillige, die ins Heim kommen, um die Hunde auf dem Gelände auszuführen.

Unterdessen erhebt Kreisveterinär Dr. Joachim Müller erhebliche Vorwürfe gegen den Vorstand des Tierschutzvereins Velbert/Heiligenhaus, der Träger des Heims ist. Zum einen kritisiert er, dass ein Gesprächsangebot seitens der Behörde, bei der über die Zukunft der maroden Einrichtung gesprochen werden sollte, von Vorstandsseite abgelehnt wurde.

Verlagerung des Elends

Im Kern zielt Müllers Kritik jedoch auf die Politik des Vereinsvorstandes. „Derzeit sind 39 Hunde im Tierheim untergebracht, davon kommen jedoch nur neun aus Deutschland“, so Joachim Müller. Wer sich über die Herkunft der übrigen 30 Insassen informieren möchte, findet nach Ansicht von Müller „rührselige Geschichten“ auf der Vereins-Homepage: „Das sind vielfach Straßenhunde aus Rumänien, die unter Strapazen nach Velbert geholt wurden“, so Müller. Nun könne natürlich jeder Tierschutzverein für sich beschließen, seinen Aktionsradius bis ins Ausland auszuweiten. „Ich frage mich aber: Wieso transportiert man solche Tiere nach Velbert, hat hier keine adäquate Unterbringung und überdies keine Abnehmer?“. Hier werde das Elend lediglich verlagert. Vom Verein gab es am Mittwoch keine Stellungnahme dazu.

 
 

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