Velberter Tafel ruft zur Weihnachtstüten-Aktion auf

Lina-Luisa Heuwold (l) und Tiziana Floridia (r) zeigen zusammen mit der Tafel-Standortleiterin Monika Hülsiepen (2.v.l.) sowie Tanja Högström (m) und Renate Zanjani, was in eine Tüte gepackt werden darf.
Lina-Luisa Heuwold (l) und Tiziana Floridia (r) zeigen zusammen mit der Tafel-Standortleiterin Monika Hülsiepen (2.v.l.) sowie Tanja Högström (m) und Renate Zanjani, was in eine Tüte gepackt werden darf.
Foto: Ulrich Bangert
  • 500 Tüten werden am Velberter Standort am 15. Dezember ausgegeben
  • Die Weihnachtstüten können am 14. Dezember an drei Standorten abgegeben werden
  • Die Schüler des NEG stellen jedes Jahr bis zu 120 Tüten zusammen

Velbert.  Kein Geld für ein schönes Menü an den Festtagen? Seit neun Jahren setzt sich die Velberter Tafel Niederberg mit der Weihnachtstütenaktion für ein „Weihnachtsessen für alle“ ein. Jeder, der einem bedürftigen Menschen eine Freude machen möchte, kann ab sofort eine Tüte mit Lebensmitteln und kleinen Geschenken packen und bei der Tafel abgeben.

Seit vielen Jahren macht auch das Nikolas-Ehlen-Gymnasium mit. Lina Luisa Heuwold (17) ist seit der ersten Tütenpackaktion dabei. „Wir überlegen uns im Vorfeld, welche Nahrungsmittel wir für ein Menü zusammenstellen. Jeder bringt was mit.“ Und dann beginnt das Hoffen und Bangen, ob auch alles da ist. Denn die 100 bis 120 Pakete, die jedes Jahr zusammen kommen, werden gemeinsam im Unterricht gepackt. Ein Auge darauf hat Lehrerin Tiziana Floridia. „Manchmal fehlt noch eine Sauce oder eine andere Kleinigkeit und dann flitze ich schnell los und besorge das.“

Monika Hülsiepen, Standortleiterin der Tafel an der Nevigeser Straße, freut sich jedes Mal darauf, wenn dann die gepackten Tüten kommen. „Das ist immer ein Großaufgebot an Autos“, denn die Tüten werden in einer der großen Pausen von vier Lehrerautos vorbeigebracht.

500 Tüten werden in Velbert verteilt

„Die Aktion ist toll, denn jeder kann helfen und man überweist nicht einfach nur Geld, von dem man nicht weiß, ob es da ankommt, wo es hin soll“, sagt Floridia, die vor neun Jahren den Aufruf von der Tafel im Radio hörte und vorschlug, dass das NEG mitmacht.

Seit zwei Jahren werden die Tüten und Pakete – nach Familiengröße sortiert – in der Kirche ausgegeben. „Das ist eine wunderschöne Stimmung“, freut sich Hülsiepen.

Und Renate Zanjani von der Velberter Tafel weiß, dass das für die bedürftigen Menschen auch immer ein besonderer Moment ist. „Wenn ich hier vorbeifahre sehe ich, dass die Menschen schon zweieinhalb Stunden vor der Öffnung Schlange stehen.“ Und jeder darf sich dann sein Paket selbst aussuchen. Bislang haben die rund 500 Tüten immer gereicht, meistens liebevoll gepackt. „Wir kontrollieren nicht jedes Paket, aber wir haben einen guten Riecher dafür, Pakete rauszufiltern, deren Inhalt nicht ok ist. Wir haben schon offene Cornflakes-Packungen gefunden und einige möchten auf diesem Wege ihren Sperrmüll loswerden.“ Aber Monika Hülsiepen betont, dass seien Einzelfälle. „Die meisten Tüten sind sehr liebevoll zusammengestellt und immer häufiger sind bei den Paketen auch direkt die passenden Rezepte dabei.“

Persönliche Grußkarte

Eine der Kundinnen der Velberter Tafel freut sich besonders auf den Moment, ihr persönliches Weihnachtsgeschenk auszusuchen. „Es kommt dabei gar nicht darauf an, was drin ist, sondern der Gedanke zählt. Besonders schön finde ich die persönlichen Worte auf der Grußkarte“, sagt sie und verkneift sich ihre Tränen der Vorfreude.

 
 

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