Velberter Netzwerk macht gegen Kinderarmut mobil

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Der Landschaftsverband Rheinland hat nun auch Velbert in sein Förderprogramm „StartCancen“ aufgenommen. Es soll Städten helfen, Netzwerke gegen Kinderarmut aufzubauen. Jetzt fand das Auftakttreffen des neuen Netzwerks in der Bleibergquelle in Neviges statt.

Velbert.  „Aufwachsen im Wohlergehen“ – das wünscht sie wohl jeder für sein Kind. Die Realität sieht jedoch anders aus. Viele Eltern können ihrem Sprössling keinen Schulausflug finanzieren oder gar die Mitgliedschaft in einem Verein. Schon früh werden sie so ausgegrenzt und leiden darunter. Genau dort soll das Netzwerk „StartChancen“ ansetzen.

„Wir müssen das Tabu aufheben und hinsehen“, betont Gerda Holz, vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Frankfurt, als man sich jetzt In der Kirchhalle der Bleibergquelle zur Auftaktveranstaltung von „StartChancen“ traf. Und sie fuhr fort: Und wir müssen uns die Fragen stellen, was wir gegen Kinderarmut tun können und vor allem wie“, ergänzt die Sozialarbeiterin.

Gerda Holz hat bereits in anderen Städten an der Vernetzung mitgewirkt und erzählt über deren Erfolg. Ob Kitas oder Schulen, Sportvereine, Ärzte und soziale Einrichtungen – Ziel ist es, Strukturen zu verknüpfen und so eine Präventionskette zu bilden.

Armut bleibt ein sensibles Thema

„Ganz wichtig ist es an die Eltern heranzutreten“, so Netzwerkkoodinatorin Maike Müller und fügt hinzu, dass das die größte Herausforderung darstellt. „Mit dem Thema Armut muss man sehr sensibel umgehen. Die Folgen sind tiefgreifend und komplex“, so Müller. Armut bedeutet nicht nur die finanzielle Not, oft leiden die Kinder auch seelisch.“ „Wenn es den Eltern gut geht, dann geht es den Kindern meist besser“, sagt Gerda Holz über den Ansatzpunkt.

Fragen wie: „Was können wir tun?“ oder „Wie können wir uns vernetzen, um erfolgreich gegen die Kinderarmut vorzugehen?“ beschäftigen alle Akteure aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern wie Jugendhilfe, Schule, Familienzentren, Gesundheitswesen, Integration und Vereine.

„Ziel ist es ein großes Netzwerk zu bilden, in dem wir gemeinsam agieren, Hilfestellungen leisten und Lösungen finden“, erklärt Maike Müller. „Wichtig ist es schon während der Schwangerschaft bzw. vor dem Eintritt in die Kita oder Schule präventiv zu arbeiten“, ergänzt die Netzwerkkoordinatorin. Denn: Armut ist eine Folge von etwas. Je eher man an die Eltern herantritt, desto eher ist ein Aufwachsen im Wohlergehen garantiert.

Wie das genau aussehen soll und wie man sich am besten vernetzt, haben die Akteure beim ersten Treffen in der Bleibergquelle erarbeitet. „Bis wir konkrete Ergebnisse vorlegen können, müssen noch weitere Veranstaltungen folgen. Das heutige Zusammenkommen ist der Startschuss, bei dem sich alle vorstellen und ihre Ideen vortragen“, so Maike Müller.

 
 

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