Velberter Ehrenbürger Nikolaus Ehlen starb vor 50 Jahren

Ein Blick auf den Langenhorst, wo Nikolaus Ehlen sein Siedlungskonzept verwirklichen konnte.
Ein Blick auf den Langenhorst, wo Nikolaus Ehlen sein Siedlungskonzept verwirklichen konnte.
Foto: Hans Blossey
Vor 50 Jahren starb Nikolaus Ehlen. Der katholische Sozialreformer hat in Velbert sein Konzept vom Eigenheim in Gemeinschaftsarbeit verwirklicht.

Velbert..  Nicht nur Velberter haben dem Ehrenbürger viel zu verdanken, auch über die Stadtgrenzen hinaus hat der „Siedlervater“ viel bewirkt. „Er konnte Menschen mitreißen“, erinnert sich Heinz Schemken, fragt man ihn nach Nikolaus Ehlen.

Eigenwillig, auch „ein Stück weit Revoluzzer“ soll Velberts Ehrenbürger gewesen sein, doch immer aufrichtig und „ohne Scheu vor hohen Tieren“, so Velberts ehemaliger Bürgermeister. Am 18. Oktober, dem 50. Todestag Ehlens, gedenken nicht nur die Velberter dem Pionier des Siedlungsbaus. Auch über die Stadtgrenzen hinaus hat der Pädagoge und katholische Sozialreformer in den Jahren nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gewirkt und, so Schemken, „bestehende Werte hinterlassen“. Am 9. Dezember 1886 in Graach an der Mosel geboren, besuchte der spätere Velberter Studienrat zunächst das Priesterseminar in Trier, beendete jedoch bereits nach zwei Semestern sein Theologiestudium und wendete sich in den Jahren von 1910 bis 1913 stattdessen den Fächern Physik, Chemie, Mathematik und Philosophie an der Universität Münster zu. Nachdem er sein Studium beendet und promoviert hatte, absolvierte er sein Referendariat in Trier, wurde dann aber während des Ersten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen. Nach Kriegsende heiratete er Maria Stummel und wurde bis 1934 Vater von acht Kindern. Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten widmete sich Ehlen der katholischen Jugendbewegung und dem Gründen von Siedlergemeinschaften.

Repressalien im Dritten Reich

Das von ihm entwickelte Konzept, in gemeinschaftlicher Arbeit Häuser zu bauen und so besonders kinderreichen Familien ein Eigenheim mitsamt Garten zur Selbstversorgung zu verschaffen, sollte zu seinem Lebenswerk werden, durch das er nicht nur, so Schemken, „etwas Beispielloses für Velbert getan hat“, sondern ihn auch „über Velbert hinaus zum Botschafter für seine Idee machte.“

Bereits im Jahr 1934 hatte Ehlen sich für den Bau der Siedlung Langenhorst eingesetzt. Während des Dritten Reiches jedoch war der Pädagoge, der unter anderem in der Zeitschrift „Lotsenrufe“ schon früh vor dem Nationalsozialismus gewarnt hatte, Repressionen ausgesetzt. An seinem Engagement für den Siedlungsbau wurde er auf diese Weise zwar über Jahre gehindert, nicht jedoch daran, bis zum Ende des Weltkriegs sein Zuhause Verfolgten als Zuflucht zu bieten und unmittelbar nach Kriegsende mit dem Bau der Siedlung Langenhorst fortzufahren.

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