Velberter Chor begeistert in der Christuskirche

Die Männerchorgemeinschaft Velbert und der Sängerkreis Wülfrath sorgten für „mystische“ Adventsstimmung in der Christuskirche.
Die Männerchorgemeinschaft Velbert und der Sängerkreis Wülfrath sorgten für „mystische“ Adventsstimmung in der Christuskirche.
Foto: Funke Foto Services
Gemeinsames Konzert von Männerchorgemeinschaft Velbert und Sängerkreis Wülfrath. Bach, Beethoven – und bekannte Weihnachtslieder aus aller Welt.

Velbert..  Ein „Advent-Event“ wurde angekündigt, und es wurde tatsächlich ein glänzendes „Event“: das Konzert der Männerchorgemeinschaft Velbert zusammen mit dem MGV Sängerkreis Wülfrath in der vollbesetzten Christuskirche.

Mit großer Emphase gestaltete sich der Beginn: Eine „Fanfare“ eines französischen Barock-Komponisten, wuchtig und feierlich auf der Orgel vorgetragen von der russischen Solistin Elina Semenova, gefolgt von dem romantischen Chorstück „Groß ist Jehova“ von Vinzenz Lachner. Hier zeigte der Chor in dramatischen Wendungen Strahlkraft und Energie bei aller dynamischen Differenziertheit und ließ das Werk zum grandiosen Gottesbekenntnis anwachsen. Dirigent Lothar Wenzel feuerte den Chor an und hatte sichtlich und hörbar den zahlenmäßig ausladenden Chor fest in seiner Führung und Disziplin. Werke wie das bekannte „Öffnet die Tore weit“ von Hammerschmidt dürfte man selten so festlich und packend gehört haben.

Mehr mit innigem Impetus gelang dem Chor die a capella gesungene „Hymne an die Nacht“ von Beethoven, die zusammen mit dem „Ave verum“ von Mozart Besinnlichkeit und Versenkung vermittelte.

Der Chor hatte den Bariton Max Müller eingeladen, der nach Gellert-Liedern von Beethoven eine Arie von Bach sang – in Abänderung des Programms wegen gewisser Indisponiertheit, die aber kaum merklich war. Vielmehr zeigte seine Stimme erstaunlich eindringliches, ausgewogenes Timbre, auf dem Klavier wunderbar einfühlsam begleitet von Lothar Welzel.

Beifallssturm aus dem Publikum

Max Müller ließ immer mehr seinem österreichischen Charme freien Lauf. Zuerst in zwei Weihnachtsgeschichten, die eine von seinem Landsmann Peter Rosegger, dann in alpenländischen Advents- und Weihnachtsliedern, wobei er die Kunst besaß, den Hustenreiz des Publikums völlig zum Erliegen zu bringen und die Zuhörerschaft zur absoluten Ruhe zu zwingen – und dann wieder das Publikum zum Beifallssturm hinzureißen.

Der Chor antwortete mit bekannten Weihnachtsliedern, wobei „Es ist ein Ros entsprungen“ besonders bewegend gestaltet war. Spätestens hier musste man sich Gedanken machen über das Melos, das ein reiner Männerchor vermittelt. Durch die Tiefe der Stimmen klingen solche Weihnachtslieder gewichtiger, erdverbundener und vielleicht auch, ohne übertreiben zu wollen „mystischer“.

Man wurde aber bald auch aus diesem Bann gelöst mit heiterer, schwungvoller Weihnachtsmusik aus England, Amerika, Andalusien, Italien. Wieder ein Hinweis, wie nationenumspannend die adventliche Botschaft ist und wie verbindend die Musik wirkt. Überhaupt – um mit dem zitierten Peter Rosegger zu sprechen – ist die „Musik das eigentliche Fest“. Und diese Musik des Chores wie der Solisten war ein „eigentliches Fest“.

 
 

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