Velbert entwickelt sich dank Panoramaweg zur Radstadt

Touren über den Panoramaradweg sind auch gut für die Velberter Radhändler. Foto: H.W. Rieck.
Touren über den Panoramaradweg sind auch gut für die Velberter Radhändler. Foto: H.W. Rieck.
Seit der Panoramaradwegeröffnung entwickelt sich Velbert spürbar zur Fahrradstadt. Bei den Händlern klingeln die Kassen.

Velbert.. Seitdem Mitte Juli Velbert offiziell den Panoramaradweg eröffnet hat, ist nicht nur die Strecke, besonders bei schönem Wetter, voll mit Zweiradfahrern. Auch die Fahrradgeschäfte in der Innenstadt spüren einen deutlichen Zulauf.

So schmunzelt Christian Tüller vom Zweiradshop Tüller: „Ich habe seither vielmehr Reparaturen, die Leute holen plötzlich ihre Fahrräder aus den Kellern, die dort manchmal bis zu dreißig Jahre gelagert wurden.“ Er spürt seinem Klientel deutlich die Freude darüber an, mit der ehemaligen Bahntrasse eine weitgehend ebene Strecke für ihr Hobby gefunden zu haben.

Auch Lothar Franke von Bike-Special-Parts freut sich über den neuen Weg. „Wir haben eine andere Kundschaft hinzugewonnen. Früher haben die Leute von uns gedacht, die verkaufen nur teure Markenware, jetzt traut sich auch Lieschen Müller mal rein und sieht sich bei uns um.“ Im Zuge der Radwegeröffnung hat er jetzt sogar zum Verkauf und Reparaturservice einen Fahrradverleih eröffnet. „Wir haben 34 Tourenräder im Verleih und haben jetzt auch samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.“ Die Panoramaradwegtouristen bekommen als Krönung ihres Ausflugs bei ihm sogar Kaffee und Kuchen .

Ab 300 Euro für ein Kinderrad

Von seinen Werkstatträumen aus hat Frank Ledermann, Inhaber von Zweirad Herbert Möller, den direkten Blick auf einen Teil der neuen Traumstrecke für Velo-Liebhaber. Seit der Eröffnung hat auch er Veränderungen bei seinen Kunden festgestellt. „Das Fahrradverhalten hat sich geändert, früher sind die Leute mit ihren Rädern zum Baldeneysee oder zum Rhein gefahren, jetzt bleiben sie hier und nutzen die neue Strecke.“

Wer ein neues Fahrrad sucht, hat mittlerweile die Qual der Wahl. „Da blicken wir und erst recht Otto-Normalverbraucher bald nicht mehr durch“, lacht Lothar Franke. „Allein beim Mountain Bike gibt es vom kleinen Dirt Bike, über das vollgefederte All Mountain- bis hin zum Racefully-Rad für Rennen zehn verschiedene Untertypen.“ Viele suchen aber auch nach einem ganz normalen Stadtrand mit überwiegend Acht-Gang-Schaltung, die einfach zu bedienen und dank Aluminium oder Carbon-Rahmen leicht zu handhaben sind.

Wer sein Zweirad eher als Fitnessgerät nutzen möchte, wird sich für ein Sportrad oder Fitnessbike ohne Beleuchtung und ohne Schutzbleche entscheiden. Wer gemütliche Ausflüge vorzieht, wählt dann eher ein Trekkingrad mit Gepäckträger. „Für ein gutes Fahrrad muss man schon ab 300 Euro für ein Kinderrad rechnen“, so der Experte, „das kann dann preislich hoch bis 9000 Euro für ein hochwertiges Carbonrad gehen.“

Christian Tüller will sich nach oben hin nicht auf Grenzen festlegen, zumal ein ganz anderer nicht gerade preiswerter Fahrradtyp groß im Kommen ist. „Immer mehr Leute interessieren sich auch für ein Elektrorad, was preislich so bei 1500 Euro anfängt.“ Dieses wegen seines zuschaltbaren Motors recht bequeme Fortbewegungsmittel nutzten bei weitem nicht nur ältere Leute. „Wir haben auch viele Kunden, die es für den Weg zum Büro kaufen, weil sie nicht schon verschwitzt dort ankommen möchten“, weiß Lothar Franke. Auch Christian Tüller freut sich über die Reaktionen der Elektroradkunden. „Gerade Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen kein Rad mehr fahren können, bekommen so eine Alternative.“

 

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