VCD-Mitstreiter mischen sich in Velbert ein

Klaus Kahle
Hundsmiserabel, so wettert VCD-Frau Elke Seipp, sei der ÖPNV-Anschluss für das Gewerbegebiet Talstraße.
Hundsmiserabel, so wettert VCD-Frau Elke Seipp, sei der ÖPNV-Anschluss für das Gewerbegebiet Talstraße.
Foto: www.blossey.eu
Club will Bedingungen für Fußgänger- und Radfahrer verbessern. Grundsätzlich wird kein Verkehrsmittel verteufelt oder bevorzugt. Lückenschluss der A 44 nicht vor 2020/21 realistisch.

Velbert/Kreis Mettmann.  „So wenig Auto wie möglich, so viel wie nötig!“ Und dann bestenfalls immer von vielen Menschen genutzt. – Nach dieser Maxime kümmern sich die Mitstreiter vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) ganzheitlich um das Thema Mobilität und mischen sich vor Ort ein. „Wir sind für einen umweltfreundlichen und menschenfreundlichen Verkehr. Ohne Bevorzugung oder Verteufelung“, stellt Dr. Hans Jörgens klar. „Wir kümmern uns um alles – von der Schuhsohle bis zum Flieger“.

Der Velberter ist Sprecher im Vorstand des VCD-Kreisverbandes Düsseldorf/Mettmann/Neuss, der nach eigenen Angaben rund 1000 Familien- und Einzel-Mitglieder hat. Er beackert zusammen mit der Heiligenhauserin und Vorstandsbeisitzerin Elke Seipp den Kreis Mettmann.

„Man kann nicht nur meckern, man muss sich auch einbringen“, findet Jörgens und erzählt, dass man es sich durchaus auf die eigene Fahne schreibe, dass der S-Bahn-Haltepunkt Ratingen-Hösel – „Das ist der Bahnhof für Heiligenhaus“ (Seipp) – wohl spätestens in zwei Jahren Fahrstühle bekomme und dann endlich wieder barrierefrei werde. Das habe man mit Hilfe von Landespolitikern erreicht. „Die Verantwortlichen“, moniert Jörgens, „wären sonst gar nicht auf die Idee gekommen.“

Lob gibt’s von ihm für den Panoramaradweg Niederbergbahn. „Der hat eindeutig den Radverkehr massiv nach vorne gebracht und auch viele Berufspendler gebracht.“ Allerdings wünscht sich der VCD-Aktivist mehr und bessere Anschlüsse in die Städte längs der Trasse. „Besonders Wülfrath liegt im argen. Da in die Innenstadt? Eine reine Katastrophe!“

Sie fahre sehr viel mit dem Fahrrad und habe lange nach einer Vereinigung gesucht, die durch und durch liberal sei, schildert Elke Seipp ihre Motivation zum Engagement beim VCD. „Hundsmiserabel“, so kritisiert sie und ist hier auch höchstpersönlich betroffen, sei der ÖPNV-Anschluss für das Velberter Gewerbegebiet Talstraße. „Ich ärgere mich wirklich an jedem Arbeitstag, wenn ich nicht Fahrrad fahren kann.“

Überhaupt macht sich der ökologisch ambitionierte Club für eine Verbesserung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs vor Ort in Velbert stark. Dahinter steckt das Credo „Keine Klimawende ohne Verkehrswende“. Man habe dazu eine lange Liste aufgestellt, berichtet Hans Jörgens und prangert es als prinzipiellen Missstand an, dass man mit dem Rad nur sehr schlecht durch die Innenstadt komme. Sein – übrigens auch vom hiesigen ADFC vorgebrachter – Vorschlag: Die Einbahnstraßen in Gegenrichtung für die Radler aufmachen.

Den fehlenden Bahnanschluss von Velbert-Mitte wertet der VCD-Sprecher „nicht unbedingt“ als Manko. „Ich träume von einer Schnellbus-Verbindung Velbert/Düsseldorf. Das sollte das erste Fahrzeug auf der A 44 sein.“ – Nun, hier muss sich Jörgens noch ein klein wenig in Geduld üben. Wie der zuständige Projektleiter Karl-Heinz Aukschun beim jüngsten runden VCD-Tisch „Umwelt und Verkehr in Niederberg“ auf WAZ-Nachfrage sagte, wird man mit dem Westteil des Lückenschlusses im günstigsten Fall „geschätzt“ 2020/21 fertig (Kontakt: [email protected]).