Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich so eines armen Heim-Tiers anzunehmen, wäre auch in Bezug auf den Umbaustress jetzt der ideale Zeitpunkt. Foto: H.W. Rieck
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich so eines armen Heim-Tiers anzunehmen, wäre auch in Bezug auf den Umbaustress jetzt der ideale Zeitpunkt. Foto: H.W. Rieck
Foto: WAZ FotoPool

Velbert.. Das verbliebene Team des Velberter Tierheims blickt nach dem Rücktritt der Vereinsvorsitzenden nun verhalten optimistisch in die Zukunft. Unter die Querelen der Vergangenheit soll ein Schlussstrich gezogen werden.

Lange Zeit sah es schlecht für das Ende März vom Kreisveterinäramt geschlossene Velberter Tierheim (die WAZ berichtete) aus. Es fehlte an einem Konzept, um die durch mangelhafte hygienische Zustände und durch eine sanierungsbedürftige Bauweise in Verruf geratene Auffangstation für in Not geratene Tiere wieder die Chance auf Öffnung zu geben.

Nach dem Rücktritt der ersten Vereinsvorsitzenden Jutta Rothstein und der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Mauermann blickt das verbliebene Tierheimteam nun verhalten optimistisch in die Zukunft. Dazu passt, das mit Heike Schuhmacher auf Wunsch der Mitarbeiter auch die ehemalige Tierheimleiterin, die über 25 Jahre die Geschicke des Hauses in den Händen hielt, zumindest kommissarisch zurückgekehrt ist.

Das Umbaukonzept steht

Einig ist man sich darin, unter die Querelen der Vergangenheit einen Schlussstrich zu ziehen. „In jedem Verein gibt es Unstimmigkeiten“, räumt Angelika Kolle, ehrenamtliche Mitarbeiterin, ein, „wir wollen aber lassen, was war und keine Schuldzuweisungen betreiben.“ Einzig und allein um die Tiere soll es jetzt wieder gehen. Dafür wurde bereits einiges unternommen. „Wir haben damit begonnen, die ersten Veränderungen, die am runden Tisch mit dem Kreisveterinäramt sowie einem Vertreter des Landestierschutzvereines angeregt wurden, umzusetzen“, so Schuhmacher.

Zusammen mit einem sich ehrenamtlich einsetzenden Architekten wurde ein Umbaukonzept erarbeitet. Die ehemalige Katzenquarantäne wurde komplett, ebenso wie das angrenzende Badezimmer freigeräumt und der erste Putz von den Wänden geholt. „Was uns jetzt ganz dringend fehlt, ist Hilfe von außen“, erklärt die erste stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Petra Mittelstenscheidt. Man sei zwar momentan schuldenfrei, aber um die zur Bedingung für eine erneute Öffnung gemachte Renovierung der Quarantänebereiche für Katzen und auch der Hunde durchführen zu können, fehle es an allem. „Wir können sowohl Spenden gebrauchen als auch tatkräftige Hilfe von Bauunternehmern, Handwerkern wie Maurern, von Leuten die sich mit Schweißarbeiten auskennen oder auch von einem Gärtner, der sich mal um unser grünes Außengelände kümmert“, zählt Angelika Kolle auf.

Jede helfende Hand wird gebraucht

Die 20 ehrenamtlichen und fünf fest angestellten Mitarbeiter freuen sich über jede helfende Hand, besonders weil allen klar ist, dass die Schließung auch dem Image des Heims erheblich geschadet hat. „Es ist bewegend, wie viele Leute uns jetzt helfen wollen, wieder auf die Beine zu kommen“, freut sich Petra Mittelstenscheidt. „Am Wochenende standen zum Beispiel plötzlich zwei Elektriker vor der Tür, die sofort loslegten.“

Positiv schätzt auch Kreissprecherin Daniela Hitzemann die augenblickliche Lage des Tierheims ein: „Seit sich mit Petra Mittelstenscheidt jemand mit der nötigen Sachkunde gefunden hat, haben wir das Gefühl, dass sich die Lage dort vielversprechend entwickelt.“ Bereits jetzt dürfen, wenn auch unter Rücksprache mit dem Veterinäramt, die Tiere (25 Katzen, 31 Hunde) des Heims wieder vermittelt werden. Aufgenommen werden dürfen aber noch keine neuen Tiere.

Infostand in der City

Damit sich auch das schnell wieder ändert, gibt es am Samstag ab 10 Uhr einen Infostand des Tierheims in der Fußgängerzone/Am Münzbrunnen, dort kann Hilfe oder auch die Aufnahme eines Tieres angeboten werden.

 
 

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