Texas in Langenberg

Foto: WAZ FotoPool
Selbst auf Landkarten trägt ein Flurstück an der Klippe den Namen desUS-Bundesstaats. Die WAZ forschte nach, wie’s zu der Namensgebung kam.

Langenberg/Texas..  Texas lautet das diesjährige Motto für den Frauenkarneval an Weiberfastnacht in St. Michael. Texas ist auch die Bezeichnung für ein Landstück, das sich in Höhe der heutigen Klippe 53 bis 57 befindet. „Warum Texas?“ fragte die WAZ-Redaktion bei ihren Lesern nach. Und prompt erreichten die Redaktion die Antworten. Drei der Geschichten sollen nun rechtzeitig auch die jecken Damen der kfd St. Michael erreichen, für die es nächsten Donnerstag im Festsaal am Froweinplatz ja heißt: „Texas in LA!“

Dabei zeugen zwei der Geschichten von Romantik, eine vom Leben in einer Kleinstadt und dem damit verbundenen Tratsch. Als erstes hatte sich Anwohner Torsten Cleve gemeldet. Dieser wusste von des Nachbars Urgroßvater zu berichten: „Der Urgroßvater war dort richtig zuhause, er lebte in einem kleinen Cotton am Waldrand.“ Dieser wollte derzeit nach Amerika, speziell nach Texas auswandern. Dafür habe er Freundin, Familie und Freunde, einfach alles, zurück gelassen und habe sich auf den Weg gemacht. Bereits in Bonsfeld bekam er Gewissensbissen und kehrte zurück. Daheim angekommen sprach er: „Ich wandere doch nicht aus. Mein Texas ist hier!“ – Und deshalb, ergänzt Torsten Cleve, sei auch er Texaner.

Verschmähte Liebe war Auslöser

Stadtführer Karl Goldmann kannte eine ähnliche Geschichte, nur ging es dabei um eine verschmähte Liebe: „Ein junger Mann warb um die Hand seiner Angebeteten. Sie erhörte ihn aber nicht, da sagte er zu ihr: ‚Wenn Du mich nicht willst wandere ich aus nach Texas‘. Er packte seinen Rucksack und wollte gehen. Die junge Frau erschrak, verstellte ihm den Weg, hielt ihn fest und rief: ‚Hier ist Dein Texas!“

Heimatforscher Otto Bürger brachte ebenfalls eine Begebenheit zur Sprache, lieferte jedoch gleich geschichtliches Material. Der Vorgang habe sich in der 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts abgespielt: „Dort oben wohnte ein Ehepaar, welches mit ziemlicher Lautstärke seine oft geführten Streitereien austrug.“ Unüberhörbar für die Nachbarschaft. Dabei spielte auch Alkohol eine Rolle, denn der Mann durfte den Schnaps nicht mit nach Hause bringen und stillte seinen Durst in den Stehbierballen Langenbergs. „Dort kostete der ‚Klore‘ (Schnaps) nur einen Groschen und auch das Bier war dort etwas billiger als in der Gaststätte selber.“ Der damals bekannte Begriff „Eck goh hengert Rüttken“ kam daher, dass zwischen Gastraum und Stehbierhalle ein gläsernes Schiebefenster war, durch das die Getränke gereicht wurden.

Er kam nur bis nach Hamburg

Bei den vielen Streitereien zuhause drohte der Ehemann immer häufiger, er würde bald abhauen, und zwar nach Texas. Irgendwann machte er sich tatsächlich auf den Weg gen Amerika, kam dabei aber nur bis Hamburg. Warum er nicht weiterkam, könne man nur vermuten. Doch er kam zurück. „Natürlich war diese Geschichte in aller Munde und die Hänseleien aus der Nachbarschaft nahmen kein Ende“, so Bürger. „Ach, du warst in Texas? Wie war es denn da?“ Als Folge wurde das Haus, in welchem die Eheleute wohnten, dann nur noch Texas genannt.

 
 

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