TBV verbessern in Velbert die Schlammentwässerung

Klaus Kahle
Dieses langjährige Provisorium hat bald ausgedient. Die teuren Spezialfahrzeuge, von denen die TBV zwei in Betrieb haben, fassen jeweils bis zu acht Kubikmeter Schlamm.
Dieses langjährige Provisorium hat bald ausgedient. Die teuren Spezialfahrzeuge, von denen die TBV zwei in Betrieb haben, fassen jeweils bis zu acht Kubikmeter Schlamm.
Foto: Funke Foto Services
Auf dem Betriebsgelände Am Lindenkamp wird jetzt eine neue Anlage gebaut. Durch die Kanalreinigung fallen jede Woche etliche Kubikmeter Schlamm an. Aufbereitung erfolgt in einer Spezialanlage.

325 Kilometer lang ist das gesamte öffentliche Kanalnetz auf Velberter Stadtgebiet. Ein jeder Kanal wird im vierjährigen Turnus – bei Problemfällen auch häufiger – gespült. Dafür haben die Technischen Betriebe Velbert (TBV) zwei große Spezialfahrzeuge, die letztlich die Grobstoffe mit einem Saugschlauch herausholen, sammeln und zum TBV-Gelände Am Lindenkamp bringen.

Dort – in der hinterletzten Ecke, weit hinter den Fahrzeughallen – wird ein neuer Schlammentwässerungsplatz angelegt bzw. gebaut. 180 000 Euro kostet das Vorhaben; die Arbeiten beginnen Mitte April. Die neue Anlage werde hundertprozentig dicht sein und biete optimierte Bedingungen für die Schwerkraft-Entwässerung, erklärte Carmen Sauerwein beim Ortstermin.

Just lädt ein Fahrzeug – die TBV haben erst kürzlich ein funkelnagelneues für eine halbe Million Euro angeschafft – die acht Kubikmeter Schlamm ab, die es an Bord hatte. Das geht übrigens wesentlich nasenfreundlicher ab als befürchtet. Schauplatz des Geschehens ist noch das Provisorium, das bald ausgedient hat: eine leicht geneigte und mit Kunststoffelementen abgeteilte Asphaltfläche mit einem Sinkkasten am unteren Ende.

Der neue Platz sei eindeutig der bessere und geeignetere Standort, meint Sauerwein, die das TBV-Sachgebiet Stadtentwässerung leitet. Geplant sind zwei jeweils 80 und ein 15 qm großer Schlammplatz; umgeben von einer Betonmauer. Das Wasser fließt in eine Rinne und weiter über einen Schmutzwasserkanal zwecks Reinigung in eine Kläranlage. Den (weitgehend) trockenen Schlamm befördert auch künftig wie gehabt ein Radlader in bereitgestellte Container, die eine Duisburger Firma abholt. Diese bereitet den Schlamm in ihrer Spezialanlage auf. Alles Mineralische lande letztlich als Zusatzstoff in Baustellen, alles Organische werde kompostiert, erläutert die Dipl.-Ingenieurin weiter.

Bei der Kanalreinigung arbeiten sich die Fahrzeuge und ihre Mannschaften quasi von Deckel zu Deckel bzw. von Schacht zu Schacht vor. Und zwar planvoll von oben nach unten, immer dem Gefälle folgend und der jeweiligen Kläranlage entgegen, von denen es fünf gibt: Kupferdreh, Hespertal, Angertal, Tönisheide und Abtsküche.

In der Regel, so Sauerwein, arbeite man mit recyceltem Wasser. Das Fahrzeug sauge über seinen 100 Meter langen Schlauch das Abwasser an, reinige es grob vor und und spüle um, um dann den Kanal mit Hochdruck zu reinigen. Zuweilen müssen die TBV-Leute aber auch runter in den Kanal und mit dem Spaten ran. An Stellen, wo nicht genügend Wasser im Netz fließt, kommt das Frischwasser zum Einsatz, von dem die Fahrzeuge immer anderthalb Kubikmeter mit an Bord haben. Jeder Wagen kippt dann etwa drei Mal pro Woche den gesammelten Schlamm Am Lindenkamp ab.