Studenten öffnen sich in Velbert durch Kunst

Bei der Ausstellung „sicher-unsicher“ steht alles im Zeichen von Schließen und Sicherheit – wie dieses Werk verdeutlicht.
Bei der Ausstellung „sicher-unsicher“ steht alles im Zeichen von Schließen und Sicherheit – wie dieses Werk verdeutlicht.
Foto: FUNKE Foto Services
In der neuen Schau „sicher - unsicher“ präsentieren junge Künstler ihre Werke im Schloss- und Beschlägemuseum. Installationen, Gemälde und Filme.

Velbert..  Sechs Fotografien hängen an einer weißen Wand nebeneinander. Alle haben die gleiche Größe, die Motive sind ebenfalls vergleichbar, aber doch sieht der Betrachter auf jedem Bild etwas anderes. Auf den Fotografien sind Türen festgehalten, die verschlossen sind. „Mir sind immer wieder Orte aufgefallen, die nicht wirklich abgeschafft sind, an denen aber auch nichts mehr passiert“, erzählt Sabine Bubalik, „da ist eine Ambivalenz zwischen verschlossen und offen, die mich interessiert hat.“

Die junge Künstlerin ist Studentin der Freien Bildenden Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg. Gemeinsam mit zehn Kommilitonen und Künstler-Kollegen stellt sie seit Sonntag ihr Werk im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum aus. Eine Sonderausstellung zeigt dort unter dem Namen „sicher - unsicher“ bis zum 15. Mai verschiedene Positionen, die zum Thema Schließen und Sichern entstanden sind.

Individuelle Interpretationen

Das Projekt begann bereits im Jahr 2014, als die CES Zylinderschlossfabrik plante, zum 175-jährigen Bestehen einen Kunstpreis auszuschreiben. Im Rahmen einer Ausstellung im Unternehmen erhielten 18 Studenten der Hochschule die Möglichkeit, ihre Installationen, Bilder, Filme und Fotografien zu präsentieren. Zudem wurden für die Positionen Preise vergeben.

„Eine Korrespondenz zwischen Kunst und Unternehmen“, beschreibt Prof. Jochen Stenschke das Projekt. In einem Seminar betreute er die Studenten auf dem Weg zu ihren künstlerischen Ideen rund um die vom Unternehmen vorgegebenen Themen „Schließen, Sichern, Schlüssel und Schloss“. Stenschke sieht in dieser Thematik aktuelle Momente, die alle Künstler individuell aufgegriffen haben: „Wir beschäftigen uns insbesondere mit der Kunst im sozialen Umfeld.“ Schlüssel und Sicherheit wurden dementsprechend im Kontext der Gesellschaft interpretiert.

Projekt ist auch ein Blick in die Zukunft

Die junge Künstlerin Lydia Radzuweit greift die Motive aktuell auf und verweist mit ihrer Darstellung auf die fortschreitende Technik. Auf einer ansonsten gänzlich leeren Leinwand bildet sie in der rechten unteren Ecke lediglich einen QR-Code ab. „Das Bild ist eine Informationsfläche, auf der nichts zu sehen ist“, erklärt die Studentin. „Was man sehen könnte, ist im QR-Code versteckt“, so Radzuweit, die betont, dass der Code funktioniere und auf eine Internetseite führe. Dort wiederum sei ausführlich und ausufernd beschrieben, was auf dem Bild zu sehen sei, nämlich nichts. Der Bezug zum Thema ist die moderne Form der Verschlüsselung durch einen QR-Code.

Elf dieser Interpretationen können ab sofort im Schloss- und Beschlägemuseum betrachtet werden. „Das ist eine untypische Ausstellung für unser Haus, die uns dafür aber besonders viel Freude macht“, sagt der Museumsleiter Dr. Ulrich Morgenroth. Für den einen Kunst, für CES sogar noch ein Stück mehr. „Für uns war das Projekt auch ein Stück weit ein Blick in die Zukunft“, erklärt Geschäftsführer Richard Rackel. In jedem Fall aber ist es ein Blick auf das Thema durch die Augen der Künstler.

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