Straßentheater aus Kattowitz begeistert in Velberter Park

Venezianischer Karneval im Herminghauspark: Die Gruppe Gry i Ludzie begeisterte die Velberter.
Venezianischer Karneval im Herminghauspark: Die Gruppe Gry i Ludzie begeisterte die Velberter.
Foto: WAZ FotoPool
Gry i Ludzie aus Kattowitz brachten Tanz, Musik und eine ganz besondere Atmophäre in den Velberter Herminghauspark. Die Aufführung ist Teil der Neanderland-Biennale.

Velbert..  Noch bunter und internationaler als in den vergangenen Jahren sollten die Veranstaltungen der diesjährigen Neanderland Biennale werden, die über mehr als drei Wochen in allen Städten des Kreises die unterschiedlichsten kulturellen Vorführungen bietet.

Mit dem Stück „Karnewal wenecki – Venezianischer Karneval“ ist dies zweifellos gelungen: In farbenfrohen Kostümen, jonglierend und auf Stelzen tanzend präsentierte die polnische Schauspielgruppe Gry i Ludzie ein außergewöhnliches Bühnenstück, das auch diejenigen in den Bann zog, die sonst eher selten ins Theater gehen. „Manche Kinder kamen vom Spielplatz hierhin, um zuzuschauen und holten dann ihre Eltern nach“, hat Katja Lillih Leinenweber, künstlerische Leiterin der Biennale, beobachtet. Dass das außergewöhnliche Bühnenstück große wie kleine Zuschauer schnell in seinen Bann zog, ist nicht verwunderlich: Begleitet von Musik jonglierten die Akteure, balancierten auf Stelzen und tauchten so den Herminghauspark in eine einmalige Atmosphäre. So sorgten das Spiel zwischen barock gekleideten Tänzerinnen und vorwitzigen Jongleuren für Gelächter und der Kampf zwischen den fantasievoll gekleideten Darstellern von Sonne und Mond für mystisches Flair. Auch der leidenschaftliche Tango, getanzt auf beeindruckend hohen Stelzen, zog das Publikum in seinen Bann.

„Wir mussten natürlich etwas finden, das sich gut in einen Park einbinden lässt“, erklärt Leinenweber die Auswahl des pantomimischen Stücks.

„Dank des Wetters war der Park schon heute Mittag gut belegt“. sagt Meike Utke, Projektleiterin der Neanderland Biennale, die schon Stunden vor Beginn gemeinsam mit den prachtvoll kostümierten und auf Stelzen schreitenden Darstellern im Park unterwegs war, um Besucher über das geplante Programm informieren. Über noch mehr Resonanz konnte sich das Team dann am Nachmittag freuen: War zu Beginn des Spiels noch reichlich Platz auf der Wiese, standen die Zuschauer schon nach wenigen Minuten dicht an dicht. „Es gab viel Laufpublikum“, freute sich Leinenweber, 300 Leute seien es bestimmt gewesen.

Unter den Zuschauern war auch Dorothea Arens, die mit ihrer Familie das farbenfrohe Freiluftspiel genossen hatte: „Ich habe mich schon lange darauf gefreut, so etwas müsste es viel öfter geben“, schwärmt die Velberterin. Diese „ganz andere Art von Theater“ habe sie besonders angesprochen, doch freuen würde sie sich über jedes kulturelle Angebot, das Stadt und Kreis bieten können: „Kultur welcher Art auch immer im günstigen Rahmen anzubieten, finde ich sehr wichtig. So etwas kann eine Stadt nach vorne bringen.“

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