Stammführer kauft Pfadfinderhaus

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Vor 17 Jahren fand der Stamm Franz von Assisi im ehemaligen Gemeindehaus Feldstraße ein Bleibe. Jetzt erwarb Dirk Seipenbusch das Haus für „seine Jungs“

Langenberg..  1996 wurde er nach über zwanzigjähriger Pause wiederbelebt: der Stamm „Franz von Assisi“ der Christlichen Pfadfinderschaft Langenberg. 1973 aufgelöst, weil sich kein Stammführer mehr fand, wagte eine Handvoll Langenberger Jungs im Jugendhaus Wiemerstraße vor 19 Jahren einen Neuanfang. Ein Jahr lang traf man sich dort – dann zog man ins evangelische Gemeindehaus Feldstraße um. Doch keiner der „Pfadis“ hätte sich je träumen lassen, dass ihnen dieses Haus eines Tages mal gehören würde. Na ja – beinahe jedenfalls.

Haus zunächst in Erbpacht gekauft

Denn genau genommen ist das Haus seit einigen Wochen Eigentum von Dirk Seipenbusch, der den Stamm „Franz von Assisi“ seit vielen Jahren anführt. Als die evangelische Kirchengemeinde Langenberg sich vor sechs Jahren auf Grund einer dramatisch verschlechterten Finanzlage vom Gemeindehaus trennen musste, wurde das Haus Feldstraße 79 von dem in Langenberg wohnenden Essener Immobilienmakler Peter Zerbst gekauft. Allerdings nur in Erbpacht: Das Haus erwarb Zerbst – das Grundstück allerdings blieb im Besitz der Gemeinde.

Schon damals stellte Zerbst das Gemeindehaus den Pfadfindern zur Verfügung. Nicht nur für ihre Stammestreffen sollten die Pfadis die Räume nutzen – auch bewirtschafteten sollten sie das ehemaligen Gemeindehaus. Schließlich hatten schon früher, noch unter der Regie der Kirchengemeinde, die Räume im Gemeindehaus für Feiern angemietet werden können.

Fünf Jahre in Eigenregie

Fünf Jahre lang verwalteten Seipenbusch und die Pfadfinder das Haus in Eigenregie – bis sich jetzt eine Möglichkeit ergab, „die Feldstraße“ vollständig zu übernehmen. „Nachdem ich inzwischen auch das Grundstück von der Gemeinde erworben habe, konnte ich es nun auch an Dirk Seipenbusch verkaufen, so dass er und die Pfadfinder es nun im Eigenbesitz nutzen können“, berichtete Zerbst bei einem Lokaltermin.

Geburtstage, Hochzeitsfeiern, Jubiläumsfeste: Zehn bis 15 Feiern finden jährlich in den ehemaligen Gemeinderäumen statt. „Dabei haben wir gute, aber auch ein paar schlechte Erfahrungen gemacht“, erläutert Seipenbusch, warum Jugendliche, die Räume für eine Fete suchen, inzwischen vergeblich um eine Anmietung nachfragen.

Für die Zukunft plant Seipenbusch allerdings auch, mit dem ehemaligen Gemeindehaus an alte Zeiten anzuknüpfen. Denn: „Früher fanden hier Gemeindefeste für das ganze Viertel statt. Nach Schließung des Gemeindehauses ist da richtig was weggebrochen. Ich denke, man sollte versuchen, das mal wieder zu beleben.“

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