Stadtgalerie Velbert soll frisch und elegant aussehen

Wo immer es sich anbietet, sollen Glasflächen für Lichtdurchflutung sorgen.
Wo immer es sich anbietet, sollen Glasflächen für Lichtdurchflutung sorgen.
Foto: Architekturbüro Hecker
Topographie des Stadtgalerie-Grundstücks erlaubt Planern Errichtung zweier Etagen mit jeweils ebenerdiger Anbindung.

Velbert..  Wer im Frühjahr 2018 die Friedrichstraße hinunter schlendert und auf der Höhe von Hennes und Mauritz Richtung Alte Kirche schaut, wird schnell auf ein Portal aufmerksam, das die Fußgängerzone überbrückt – und neu ist. „Mit diesem Portal weisen wir auf den sehr attraktiven Bereich rund um den Offersplatz und die Alte Kirche hin, den Mittelpunkt unserer Stadt“, sagt Jens Hecker.

Er und sein Bruder Jörn vom gleichnamigen Velberter Architekturbüro planen im Auftrag des Düsseldorfer Projektentwicklers Concepta die Stadtgalerie Velbert mit insgesamt etwa 40 Mietern, ein neues Einkaufszentrum auf dem Grundstück des alten Marktzentrums (WAZ berichtete). Über das Investitionsvolumen werden keine Angaben gemacht. Am Portal vorbei die Corbygasse hoch nähert man sich der Stadtgalerie, deren Anlage wesentlich durch die Topographie bestimmt ist. „Der Charme des Grundstücks ist das vergleichsweise starke Gefälle, das zwischen Europaplatz und Friedrichstraße fünf Meter ausmacht“, erläutert Hecker. So liegt die untere der beiden Etagen auf dem Niveau der Friedrichstraße, und über Rolltreppen und Aufzüge kommt der Besucher zur oberen Etage, die ihrerseits ebenerdig mit dem Europaplatz verbunden ist.

St. Marien findet Berücksichtigung

„Von hier sind viele Bereiche mit hoher Aufenthaltsqualität erreichbar – Außengastronomie, Schloss- und Beschlägemuseum in der Villa Herminghaus, Theater, Stadtbücherei“, so der Architekt. Das erwähnte Portal wird aus Sandstein gebaut, „bei der Gestaltung der Stadtgalerie-Fassaden wollen wir hellen und dunklen Putz verwenden. Wo immer es sich anbietet, sollen Glasflächen viel Licht ins Gebäude lassen“, berichtet Hecker. „Flächen mit Holzoptik (echtes Holz würde witterungsbedingt unansehnlich werden), Natursteinelemente und Metallkassetten verleihen in ihrer Kombination dem Objekt ein frisches, elegantes Aussehen.“ Im Gegensatz zum gescheiterten Entwurf des früheren Shoppingcenters nehmen die Planer der Firma Concepta und das Architekturbüro jetzt mehr Rücksicht auf die Kirche St. Marien. „Es gibt einen Rücksprung der Stadtgalerie direkt gegenüber der Kirche, so dass ein Platz ausgebildet wird, der die architektonische Bedeutung der Kirche im Stadtraum zusätzlich herausstellt“, sagt Hecker.

Starker Rückenwind für das neue Projekt

Der Applaus der Ratsmitglieder, nachdem Dr. Andreas Martin seine Projekt-Präsentation beendet hatte, war schon ein unüberhörbar deutliches Signal. Das wurde schließlich bei der Abstimmung untermauert: Aus der Politik gibt es für das Concepta-Vorhaben fast ausschließlich kräftigen Rückenwind. Und ganz schön viel Lob.

Der Velberter Rat befürwortet mit großer Mehrheit das Einkaufszentrum, stimmt dem geplanten Vorgehen grundsätzlich zu und gibt grünes Licht für den Verkauf der für das Projekt nötigen städtischen Flächen an Concepta. Laut Protokoll gab es bloß vier Gegenstimmen: drei von der Fraktion „Die Linke“, eine von den Piraten.

Keine Frage: Das Stadtgalerie-Vorhaben interessiert sehr. So war die Ratssitzung am Dienstagabend außergewöhnlich gut besucht. Da die Zuhörer-Tribüne rasch rappelvoll war, wurden in den Sitzungssaal noch fix Stühle geschleppt.

Sonja Spiekermann (Linke) blieb mit ihren Bedenken, es mangele vor Ort an der nötigen Kaufkraft und die Stadtgalerie könne Geschäfte längs der Fußgängerzone gefährden, allein auf weiter Flur.

„Das passt gut zu Velbert“, findet z. B. Rainer Hübinger (SPD), „es ist gut, dass das kommt.“ „Diese Stadtgalerie hat eine Chance“, sagt Manfred Bolz (CDU). Er hofft darauf, dass mit dem ersten Bagger dann endlich auch „die eher negative Stimmung umschlägt“. August-Friedrich Tonscheid (Velbert anders) bekräftigt: „Wir stehen zu dieser Entwicklung.“ Mit den meisten Dingen sei man sehr zufrieden, erklärt Dr. Esther Kanschat (Grüne): „Dieses kann, so hoffen wir jedenfalls, realisiert werden.“

Unverwechselbarer Hingucker für die Schlossstadt

„In Zukunft wird es heißen: Wir treffen uns am Schlüssel“, prophezeit Dr. Andreas Martin. Der Düsseldorfer ist beim Projektentwickler Concepta zuständig für die Stadtgalerie Velbert, und zusammen mit dem hiesigen Architekturbüro Hecker hatte er die Idee mit dem Schlüssel. Der ist Teil der Konzeption für das neue Einkaufszentrum, soll fünf Meter hoch werden, in einem flachen Wasserbrunnen auf dem Europaplatz die Passanten erfreuen und die Identität der Stadt der Schlösser und Beschläge symbolisieren. Und er kann noch mehr: „Der Schlüssel enthält ein Glockenspiel und soll für schöne Atmosphäre sorgen“, sagt Martin. Jede Stunde macht er Musik, spielt einen eigens für Velbert komponierten Jingle, eine kurze, einprägsame Erkennungsmelodie. Also ideal für Menschen, die sich vielleicht in der Innenstadt zum gemeinsamen Shoppen verabreden wollen.

EURE FAVORITEN