Stadt Velbert trennt sich in Langenberg von drei Immobilien

Hier soll – mit Fördermitteln – ein Stadtteilzentrum entstehen. Beteiligt wären das Jugendzentrum, die Awo und die DLRG.
Hier soll – mit Fördermitteln – ein Stadtteilzentrum entstehen. Beteiligt wären das Jugendzentrum, die Awo und die DLRG.
Foto: WAZ FotoPool
Das Gebäude Vogteier Straße 6 soll für mehr als eine Million Euro zum Stadtteilzentrum umgebaut werden. Die Förderquote läge bei 80 Prozent. Politik steht mit großer Mehrheit hinter dem Konzept.

Velbert/Langenberg..  Derzeit bewirtschaftet die Stadt im Innenstadtbereich der Senderstadt ca. 8700 qm Gebäudefläche, von denen allerdings lediglich etwas mehr als die Hälfte – nämlich rund 4500 qm – auch tatsächlich gebraucht wird. Die nicht mehr benötigten Flächen sollen nunmehr aufgegeben werden. Auch zum Wohle des arg gebeutelten Haushaltes.

Das – versehen mit Gebäude-Vorschlägen – sieht das „Konzept für die städtischen Immobilien in Langenberg“ vom Fachbereich Immobilienservice vor. Erste Überlegungen wurden vor einem Jahr publik (WAZ berichtete), jetzt wird das Vorhaben aber konkreter.

Das Konzept hat im Verlauf der aktuellen Beratungsrunde seit dem BZA-Langenberg von Anfang Februar sehr breiten politischen Rückhalt, wie dieser Tage erneut die Abstimmung im Haupt- und Finanzausschuss zeigte. Am 10. März hat abschließend der Rat das Wort.

Die Marschrichtung sieht vor, die drei Immobilien Hauptstraße 94 und 112 sowie Vogteier Straße 28 aufzugeben und – unter der Maßgabe einer denkmalgerechten Sanierung – zu verkaufen.

In der Nummer 94, der einstigen Bezirksverwaltungsstelle, nutzt laut Vorlage der Verein Alt Langenberg das erste Obergeschoss, im Dach gibt’s eine vermietete Wohnung. Das Haus beschert jährlich Kosten in Höhe von mehr als 7000 Euro, seine Sanierung würde rund 600 000 Euro verschlingen.

In dem alten Amtsgericht, der Nummer 112, sitzen unten das Diakonische Werk und darüber das DRK-Langenberg. Große Teile gelten als nicht nutzbar. Das Haus verursacht kaum Kosten; wollte man es sanieren, müsste man dafür ca. 620 000 Euro ausgeben.

Alte Schule wird barrierefrei

Das städtische Jugendzentrum, das jetzt bekanntlich kurzfristig und vorübergehend an die Hauptstraße 94 umziehen muss, nutzt von dem historischen Schwimmbad an der Vogteier Straße lediglich einen kleinen Teil der Fläche. Diese Immobilie kostet Jahr für Jahr 51 000 Euro; ihre Sanierung würde 1,1 Millionen Euro verschlingen. „Die Vogteier Straße 28 werden wir so nicht halten können“, weiß Bürgermeister Dirk Lukrafka. Und nicht nur er.

Im Gegenzug will die Stadt das Gebäude Vogteier Straße 6 – es steht zum Großteil leer – unter Beteiligung des städtischen Jugendzentrums sowie der Arbeiterwohlfahrt und der DLRG zu einem Stadtteilzentrum umbauen. Wohlgemerkt nicht aus eigener Kraft, sondern mit hoffentlich 80-prozentiger Förderung aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz Langenberg“. Ein Antrag wurde bereits gestellt.

Die ehemalige, schon vielfältig genutzte Schule Donnerstraße 13 möchte der Immobilienservice schrittweise sanieren und mit Hilfe von Landesmitteln barrierefrei umgestalten. Eine „Optimierung der Nutzung“ soll Raum schaffen für Diakonie, DRK, den Verein Alt Langenberg – und später vielleicht auch für die Awo.

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