Sperrmülldiebe im Visier der Stadt

Wenn die Müllabfuhr kommt, haben Diebe das Sperrmüll schon oft geplündert und Wertstoffe mitgenommen
Wenn die Müllabfuhr kommt, haben Diebe das Sperrmüll schon oft geplündert und Wertstoffe mitgenommen
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Wer beispielsweise ein ausrangiertes Kaffeeservice oder eine Gardinenstange vom Gehweg mitnimmt, kann sich strafbar machen. Denn aus den Wertstoffen im Abfall erzielen die TBV Erlöse. Die Technischen Betriebe rufen die Bürger auf, Sperrmüllsammler zu melden.

Was als Abfall auf dem Boden liegt, soll man ja nicht aufheben – und das gilt erst recht, wenn es sich um Sperrmüll handelt. Denn wer ein ausrangiertes Kaffeeservice oder eine alte Gardinenstange vom Gehweg mitnimmt, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit, wie das Ordnungsamt mitteilt. Tatsächlich werden vor der Sperrmüllabholung immer mehr Wertstoffe wie Metalle entwendet, so dass nun die Städte Erkrath, Hilden und Ratingen im Kreis eine gemeinsame Aktion von Ordnungsämtern und Polizei gegen Sperrmülldiebe voranschieben. Die Stadt Velbert will das Ganze genau beobachten und gegebenenfalls nachziehen.

Bis zu 150 Euro pro Tonne Altmetall

Für viele Menschen hört es sich höchstens wie ein Kavaliersdelikt an, wenn Leute abends den Sperrmüll durchwühlen und dabei Sachen mitgehen lassen. „Wird doch ohnehin wegschmissen“, so der Tenor. Das ist aber falsch, wie die Technischen Betriebe Velbert (TBV) betonen. Denn Metalle zum Beispiel werden recycelt und neu verwertet. Die Einnahmen daraus sollen den Bürgern wieder durch sinkende Gebühren zufließen. Oder eben nicht, wenn die Wertstoffe vorher geklaut werden.

Es sind auch Beträge, die sich schnell summieren. So können zwischen 100 und 150 Euro pro Tonne Altmetall erzielt werden. Nach Auskunft der TBV wurden im vergangenen Jahr in Velbert rund 38 Tonnen an Metallen eingesammelt und verwertet. Wie viel Metall vorher aus dem Sperrmüll entwendet wurde, will die TBV nicht schätzen. Der Abfallberater der Stadt Hilden, Frank Berndt, wagt hingegen eine Vermutung. „Wir haben letztes Jahr gut 100 Tonnen Altmetall in Hilden eingesammelt. Ohne die Diebstähle hätte es aber locker das Doppelte sein können“, sagte er der WAZ. Und die Differenz von 100 Tonnen bedeutet bei dem Altmetallpreis Einnahmeverluste von gut 10 000 bis 15 000 Euro.

Sperrmüll gehört der Stadt

Nun wollen Hilden, Erkrath und Ratingen gemeinsam im September mobil gegen Sperrmülldiebe machen. Es sind Aktionen mit der Polizei, Ordnungsämtern und Bauhöfen geplant. Britta Nelles, Abfallberaterin bei den TBV, will die Ergebnisse zunächst abwarten. „Bei guten Erfolgen werden wir vielleicht ähnliche Aktionen planen“, meint sie. Daneben fordert sie die Bürger auf, genau hinzusehen, wenn Sperrmüll geplündert werde: „Wir wären sehr dankbar, wenn Bürger uns oder dem Ordnungsamt so etwas gegebenenfalls mit dem Nummernschild des Tarnsportfahrzeugs mitteilen könnten.“

Wie schwierig es ist, die Diebe auf frischer Tat zu ertappen, erläutert TBV-Geschäftsbereichsleiter Bernhard Wieneck. „Da können wir nur auf das Prinzip Zufall oder auf eine Meldung von Bürgern hoffen“, sagt er. Wer etwas vom Sperrmüll mitnehme, könne auch wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden, „weil es nicht sein oder ihr Eigentum ist, sondern der Sperrmüll an der Straße der Stadt gehört“, erläutert Wieneck. Und: In ganz schlimmen Fällen könne die Staatsanwaltschaft sogar ein Strafverfahren gegen die Diebe einleiten.

Pro Sperrmüllabholung werden zwei Euro fällig

Im vergangenen Jahr sammelten die Technischen Betriebe bei der Sperrmüllabholung in Velbert neben den 38 Tonnen Metallabfälle noch 2916 Tonnen gemischte Abfälle und 1967 Tonnen Holzabfälle ein. Während die gemischten und die Holzabfälle in der Regel verbrannt werden, werden die Metallabfälle, wozu teils auch Elektroschrott zählt, recycelt.
Pro Sperrmüllabholung zahlen die Bürger in Velbert zwei Euro und können den Sperrmüll auch beliebig oft bestellen.

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