Sparkasse HRV legt gute Bilanz für 2014 vor

Der Gebäudetrakt der Sparkasse in Velbert an der Kurze Straße wird ab März saniert.
Der Gebäudetrakt der Sparkasse in Velbert an der Kurze Straße wird ab März saniert.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Niedrigzinsen machen aber auch der Sparkasse Hilden, Ratingen, Velbert das Wirtschaften schwer. Doch für 2014 legt sie eine positive Bilanz vor.

Velbert..  Die Situation der rund 400 Sparkassen in Deutschland ist vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schwierig; im Gegensatz zu den großen Banken leben die regionalen Kreditinstitute vom Zinsüberschuss, also von den Zinsen, die sie für Kredite und eigene Geldanlagen erhalten. Davon ab gehen die Zinsen, die sie den Kunden für ihre Sparbeträge zahlen. Und diese Marge schrumpft.

Eigenkapital gesteigert

„Die Luft wird dünner“, kommentierte Jörg Buschmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse HRV, die Lage. „Das betrifft jedoch alle Branchen, die beim Wirtschaften am Zins hängen“, sekundierte sein Stellvertreter Josef Stopfer. Doch dem Geschäftsmodell drohe keineswegs das Aus, und Buschmann kann da für sein Haus auf durchaus gute Bilanzen verweisen. So stieg die Bilanzsumme im vergangenen Jahr um 100 Millionen auf 3,3 Milliarden Euro, und auch andere Kennzahlen sind durchweg positiv. „Die Ertragslage unserer Sparkasse ist solide, die Eigenkapitalsituation bietet mit einer Steigerung von 16,2 auf 18,2 Prozent eine ausgesprochen stabile Basis“, so Buschmann. Mit dem Geschäftsjahr 2014 sei man zufrieden, alle Bereiche des Hauses hätten zum guten Ergebnis beigetragen. Das Kundenkreditgeschäft stieg um 2,4 Prozent (47,1 Millionen Euro), auch das Geschäft mit den Firmen wuchs um immerhin noch 9,3 Millionen Euro.

Trotz niedriger Zinsen entwickelten sich in 2014 die Einlagen positiv: Mit einem Zuwachs von 3,3 Prozent (79,8 Millionen Euro) erlebte die Sparkasse HRV in diesem Bereich ein gutes Jahr.

Welche Produkte fragen die Kunde nach? Sparkassen-Chef Buschmann beschrieb den Trend weg von den festverzinslichen Produkten hin zu kurzfristigen und variabelverzinslichen Anlageformen. Überraschung: Den höchsten Wachstumswert verzeichnete der Klassiker der Sparkasse, das Sparbuch, das ein Plus von 19,3 Prozent verzeichnete.

Die schwachen Zinsmärkte trugen dazu bei, dass Sparkassenkunden – zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage – Immobilien nachfragten, „102 Objekte haben wir vermittelt, und es gibt jetzt deutlich weniger Angebote.“ Mit Lebens- und Rentenversicherungen erzielte die Regionalbank 2014 ihr historisch bestes Ergebnis.

Für das laufende Geschäftsjahr verbreitet der Sparkassenvorstand indes wenig Optimismus. Buschmann: „Die Zinsen bleiben im Keller, Tarifabschlüsse sind zu berücksichtigen, so dass wir mit einem Rückgang beim Betriebsergebnis von 3,5 Millionen Euro rechnen.“

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