Sorge um spielende Kinder

Montage- Bild: Uwe Vogler 12.06.2009 Platz für den neuen Brunnen in der Innenstadt von Neviges
Montage- Bild: Uwe Vogler 12.06.2009 Platz für den neuen Brunnen in der Innenstadt von Neviges
Foto: WAZ

Neviges. In ihrer Ablehnung waren sich die Mitglieder des Bürgervereins Hardenberg weitgehend einig: „Wir brauchen diesen neuen Brunnen nicht“, fasst der Vorsitzende Robert Kilian die Stimmung tags darauf zusammen.

Beim Gesprächsabend der kurz vor der Fusion mit dem Bürgerverein Neviges stehenden Hardenberger muss schlechte Stimmung geherrscht haben, als das Projekt Pilgerachse erörtert wurde. Bei diesem Vorhaben, das die Sehenswürdigkeiten des Wallfahrtsortes von der Fußgängerzone bis zum Schloss für die Touristen verbinden soll (WAZ berichtete), nimmt der Brunnenplatz eine zentrale Rolle ein. Und hier hatte der Verein Kinderstadt-Neviges bereits 2007 eine „kinderfreundliche Gestaltung“ angeregt. Die Arbeitsgemeinschaft Spielraum der Technischen Betriebe Velbert (TBV), der Bergische Geschichtsverein, die Jubiläumsstiftung der Sparkasse HRV und der Künstler Reiner de Bruyckere hörten den Appell, letzterer steuerte einen künstlerischen Entwurf für den Brunnen bei. Rund 200 000 Euro sollen die komplette Umgestaltung des Platzes und der Bau des neuen „Navigisa“-Brunnens kosten.

Bereits da hört das Verständnis der Hardenberger auf. „Beim Gesprächsabend waren gut 98 Prozent der Anwesenden der Meinung, dass in Zeiten klammer Finanzen und einer Sparliste des Kämmerers, auf der in Neviges immerhin die Stadthalle und eine Grundschule vermerkt sind, solche Projekte nicht zu realisieren sind“, berichtet Kilian.

Doch es gab auch Sicherheitsbedenken: Der gesamte Platz soll so gestaltet werden, dass er das Schloss Hardenberg im Grundriss nachbildet. Der im Durchmesser rund fünfeinhalb Meter große „Navigisa-Brunnen“ steht für einen der vier Wehrtürme. „Die gesamte Anlage soll doch angeblich so kinderfreundlich sein“, wendet der Bürgervereinschef ein. Seine Hardenberger sehen jedoch in dieser Turmnachbildung ein „hohes Gefährdungspotenzial für spielende Kinder, die sich bei einem Sturz schwer verletzen könnten“.

Ginge es nach den Mitgliedern des Vereins, bliebe alles beim Alten. Kilian: „Wenn unser alter Brunnen wieder in Stand gesetzt würde und das Wasser wieder flösse, dann hätten auch die Kinder dort ihren Spaß!“

 
 

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