Skatfreunde treffen sich stets Dienstags in der AWO Nevigs

Einen Dienstag ohne ihre Skatrunde können sie sich nicht vorstellen (v.l.): Lothar, Roland, Hans und Manfred sind in ihrem Element. Wer Lust hat, mitzuspielen: einfach in der Elberfelder Straße 21 vorbeikommen.
Einen Dienstag ohne ihre Skatrunde können sie sich nicht vorstellen (v.l.): Lothar, Roland, Hans und Manfred sind in ihrem Element. Wer Lust hat, mitzuspielen: einfach in der Elberfelder Straße 21 vorbeikommen.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Kein Dienstag ohne Pik As und Herz Bube: Seit über 20 Jahren treffen sich rund 15 Skatfreunde im AWO-Stadtteiltreff. Ehrenamtliche ermöglichen dieses kostenfreie Angebot.

Braun gebrannt, bestens gelaunt. Keine Frage, Roland hat sich im Familienurlaub auf Kreta, Griechenlandkrise hin oder her, prima erholt. Karten gespielt hat er auch, „bisschen Rommé mit den Kindern“. Natürlich kein Vergleich zu dem, was ihn seit mehr als zehn Jahren jeden Dienstag in den AWO-Stadtteiltreff zieht: Dienstag ist hier Skat-Tag, bei Sturm, Schnee oder 35 Grad im Schatten.

„18“, „20“, „9“, viel mehr sagen Günther, Franz und Detlef nicht, man ist ja schließlich nicht beim Kaffeekränzchen. Schlag auf Schlag fliegen Pik, Kreuz und Herz auf den Tisch, zack, zack, schon wieder ein Spiel vorbei. Ein Griff in die Pappschachtel auf dem kleinen Beistellhocker, Günter bekommt 30 Cent. „So ganz ohne Geld geht auch nicht, ist ja kein Anreiz.“ Bei der nächsten Runde hat Detlef gute Karten, es gibt 20 Cent. Wegen des Geldes spielt hier niemand. „Wenn man sich jeden Dienstag trifft, hat man schon mal was zu tun.“

Etwa 15 Rentner reizen, stechen und schmieren von 13 bis 18 Uhr, die einzige Dame in der Runde ist erkrankt, „aber natürlich sind auch Frauen Willkommen, wir freuen uns über jeden, Platz genug ist da“, meint Manfred Ulbrich, der den Skat-Treff seit nunmehr 20 Jahren leitet. „In der Woche sind ja alle selbstständig“ schränkt der 77-Jährige ein, aber beim Preisskat einmal im Monat, da ist schon Leitung erforderlich. „Dann gibt’s eine Liste, es wird nach Punkten gespielt, ich besorge auch die Preise.“ Mal ein Pfund Kaffee, eine Flasche Wein, ein Kasten Pralinen, alles finanziert von drei Euro Teilnahmegebühr. Wenn Manfred Ulbrich, er ist seit 1973 bei der AWO, verhindert ist, springen Lothar Eberbein oder Manfred Motschull ein, natürlich auch rein ehrenamtlich.

Aber heute ist kein Preisskat, heute ist einfach nur Spielen angesagt, man darf später kommen oder eher gehen. Wer mit wem spielt, ergibt sich, je eher man kommt, desto mehr hat man freie Wahl. Jetzt sitzen gerade Ottmar (88), Karl-Heinz (81) und Manfred (77) zusammen, Ottmar, der Älteste im Treff, hat Oberwasser. „Boah, da hab ich aber eine Granate gegeben.“ Seit 15 Jahren kommt er her, „im Oberstübchen funktioniert noch alles, das wird hier gefordert“. Kreuz Dame fliegt auf den Tisch, Karl-Heinz – „Ich hab auch früher gern gekegelt, geht aber nicht mehr“ – sieht schon wieder keinen Cent, aber ärgern gilt nicht. „Ich gebe mir ja nicht selber die Karten.“ Allzu lange kann er heute eh nicht auf ein gutes Blatt warten. „Hab noch Richtfest beim Nachbarn.“

Die Ungezwungenheit, dass man nicht den ganzen Nachmittag spielen muss, gefällt Griechenland-Urlauber Roland besonders gut. „Wir haben hier Spaß, keiner redet uns rein.“ Lothar ergänzt mit Blick zum Nachbartisch „und nur wenige regen sich auf.“ Willi, Dieter und Manfred grinsen. „Streit? Ach nein. Man hat nur manchmal eine andere Auffassung vom Spiel, und ich bin dann schon mal ein bisschen impulsiv“, meint Manfred. Kaum gesagt, wird es nebenan kurz lauter. „Der ältere Herr hier hat das nicht verstanden“, so Lothars launige Botschaft an Roland. Neues Spiel, alles gut. Kein Pardon dagegen kennt Hans, als im Eifer des Gefechts eine Karte beim Geben einen Knick abbekommt. Erbarmungslos landet die Herz-Dame im Papierkorb. Mit gezinkten Karten spielen – einfach unmöglich.

 

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