Segelflugfans stürmen den Wallmichrath

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Es war beinahe wie vor 80 Jahren: In Scharen pilgerten die Besucher am Wochenende zu Langenbergs legendärem Westhang – auch wenn diesmal kein Flugzeug wirklich in die Luft ging

Langenberg..  Bereits vor 80 Jahren pilgerten Menschenmassen zu einem Bergrücken in Langenberg: zum Segelflugplatz auf dem Wallmichrath. Am Samstag geschah es wieder; mal davon abgesehen, dass die Anreise nicht zu Fuß, sondern größtenteils mit dem Auto erfolgt. Und: Sahen die Ausflügler damals etliche Segelflugzeuge von der Bergkuppe ins Tal starten, so konnte sich der Besucher jetzt vom Bergischen Geschichtsverein ausführlich über den ehemaligen Segelflugplatz informieren lassen – und sogar den legendären Schulgleiter SG 38 in natura bestaunen.

„Dass man mit so einem Gerät überhaupt fliegen wollte und konnte“, hörte man die staunenden Besucher aus nah und fern rätseln und Anerkennung für die seinerzeitigen Piloten zollen.

Von 1928 bis 1952 in Betrieb

Heimatforscher Jürgen Lohbeck schrieb in seinem Buch „Seide, Sender, Segelflug“ bereits eingehend über die Geschichte des „besten Segelfluggeländes im Bergischen Land“, wie es die heimische Presse zu der aktiven Zeit des Segelflugs in Langenberg nannte. An diese glorreiche Zeit von 1928 bis 1952 erinnerten kurzweilige Licht- und Kurzvorträge, informelle Schautafeln an vier Stationen und eben an den Original Schulgleiter SG 38.

Besucher von Nah und Fern

Für Ortsfremde – es kamen nicht nur Langenberger, sondern auch viele Flugenthusiasten aus den Nachbarstädten, wie an den Autokennzeichen zu erkennen war – gut beschildert, erreichte der Besucher einen großen Wiesenparkplatz, der vom ansässigen Landwirt zur Verfügung gestellt worden war. Dann ging es zu Fuß zur Station 3, dem Höhepunkt der Veranstaltung: einem echten Schulgleiter SG 38. Wenige Meter weiter die Station 2 mit dem Zelt des DRK Neviges auf dem Gelände eines der ehemaligen Fliegerheims. Danach führte der Weg zur ehemaligen „Gelben Halle“. Am heutigen Wohnhaus vorbei konnte der Besucher nur noch den früheren Startplatz erahnen.

Schulgleiter kam aus Langenfeld

„Wir wollten den Besuchern einen vergessenen Ort in unserer Heimat vorstellen“, so Dr. Jutta Scheidsteger, Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins Velbert-Hardenberg. Ein Angebot, das mehr als 350 Besucher gerne annahmen. Nicht zuletzt wegen des „Stargasts“ der Veranstaltung: „Wir sind Gerald Erndt vom LSG Langenfeld sehr dankbar, dass er mit dem Schulgleiter hierher gekommen ist“, so Mitorganisator Lohbeck.

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