Segelflieger am Himmel überm Wallmichrath

Foto: WAZ FotoPool
In seinem dritten stadtgeschichtlichen Buch beschäftigt sich Jürgen Lohbeck mit der Segelfluggeschichte am Wallmichrath. Unter dem Titel „Seide – Sender – Segelflug“ erzählt der Langenberger Heimatforscher vieles, was beinahe in Vergessenheit zu geraten droht.

Langenberg..  Luftfahrtgeschichte? In Langenberg? Ja – die gab’s! Und jetzt auch ein Buch, das an sie erinnert: Der Langenberger Jürgen Lohbeck, Autor der heimatgeschichtlichen Bücher „Der Krieg vor unserer Haustür“ und „Das vergessene Scheindorf“ hat es geschrieben. Titel des eben im Scala-Verlag erschienen Werks, das an die 25-jährige Geschichte des Segelfluggeländes im Wallmichrath erinnert: „Seide – Sender – Segelflug“.

Die Geschichte der Segelfliegerei in Langenberg: „Jürgen Lohbeck sammelte für das Buch über 100 historische Dokumente und faszinierende Fotos zusammen“, zeigt sich Dr. Jutta Scheidsteger, Geschäftsführerin des Scala-Verlag begeistert. Das Buch ist ab sofort in der Buchhandlung Kape in Langenberg und in den Buchhandlungen Velberts erhältlich. Die erste Auflage beträgt 450 Exemplare.

Viele trugen zum Gelingen des Buches bei

Bei der Vorstellung des Buches im Verlagsgebäude an der Werdener Straße erzählte der Auto ausführlich über die Recherchen und dankte den vielen Informanten, vor allem Heimatforscher Otto Bürger, die zu der Chronik beitrugen. „Ich habe sogar zwei persönliche Fotoalben bekommen“, freute sich Lohbeck.

Recherchen dauerten eineinhalb Jahre

Rund eineinhalb Jahren hat er für die Dokumentation dieses beinahe vergessenen Stücks Heimatgeschichte recherchiert, zahlreiche Unterlagen zusammengetragen. Ein Freund des Autors, Josef Johannes Niedworok informiert die Leser in einem Prolog über die Geschichte des Hügels Wallmichrath, ein kleiner Berg, der 1151 erstmals wähnt wurde.

Alles begann am 28. September ‘28

Die Geschichte der Segelfliegerei begann exakt am 8. September 1928, als einige Kraftwagen mit langem Anhänger und einem Segelflugzeug darauf den Berg hochfuhren. Es waren Mitglieder eines Kupferdreher Luftfahrtvereins, die die Wallmichrather Höhe als idealen Platz für ihre Flugversuche gefunden hatten.

Zwei Hallen beherbergten bis zu 30 Flugzeuge

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Flugplatz immer weiter. Zwei Hallen wurden gebaut und eine Gastwirtschaft entstand. „Bis zu 30 Flugzeuge befanden sich auf der Anhöhe“, erzählt der Autor, „es war viel Manneskraft erforderlich, um die Schulgleiter zu starten.“

30 Vereine und 500 Aktive

Eingehend berichtete Lohbeck dann, welche umfangreichen Arbeiten eine Mannschaft für den Start des Einmannsitzers bewältigen mussten. Zu der Glanzzeit fanden sich dreißig Vereine mit 500 Aktiven auf dem Berg ein, um ihren Sport auszuüben. Ein Sport, der von den Nationalsozialisten 1937 missbraucht wurde, um vormilitärische Ausbildung in dem Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) zu organisieren.

Wiederbelebung scheiterte 1952

„1943 wurde der Flugbetrieb eingestellt, “ so Lohbeck. Erst nachdem 1951 das Flugverbot aufgehoben wurde, habe man einen Neuanfang versucht. Der scheiterte aber dann 1952, da die Segelflieger-Enthusiasten die modernen Startmöglichkeiten auf dem Wallmichrath nicht installieren konnten.

Viele Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos

Auf 140 Seiten beschreibt Lohbeck in der Paperback-Ausgabe äußerst interessante Geschichten um den Luftsport auf dem Wallmichrather Berg, illustriert mit zahlreichen Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos. Sie zeigen ein Stück Langenberger Geschichte, die nur noch Ältere kennen. Lohbeck hat sie für die Jüngeren präzise, detailliert und höchst interessant aufbereitet. Vom ehemaligen Werbeslogan der Stadt Langenberg „Seide – Sender – Segelflug“ ist heute nur noch der Sender geblieben. Umso empfehlenswerter ist dieses Buch.

 
 

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