Schüler fertigen in Ferien Handy-Halter für Unternehmen

Sind stolz auf ihre Modelle, die sie bei Erbslöh nach eigenen Entwürfen anfertigten dann und mit nach Hause nehmen durften::  Emily Bröcking, Ronja Bröcking, Alina Stephan, Tessa Kröll, Max Engelhardt und Jan-Luca Steimle.
Sind stolz auf ihre Modelle, die sie bei Erbslöh nach eigenen Entwürfen anfertigten dann und mit nach Hause nehmen durften:: Emily Bröcking, Ronja Bröcking, Alina Stephan, Tessa Kröll, Max Engelhardt und Jan-Luca Steimle.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Unternehmen erteilte Schülern Auftrag, für Schreibtisch Handy-Halter aus Aluminium zu entwerfen
  • Projekt ist Kooperation zwischen Erbslöh AG, Zentrum Bergisches Schulzentrum und Berufsschule
  • Erbslöh zeigte sich vom Einfallsreichtum und Professionalität beeindruckt. Jedes Modell ein Unikat

Neviges.  Sie hätten auch ins Schwimmbad gehen können oder in die Eisdiele, was man halt so treibt in den letzten Ferientagen. Stattdessen ließen sich Emily, Ronja, Max und die anderen auf ein Wagnis ein: Einen eigenen Halter fürs Handy zu entwerfen, das Ganze unter Zeitdruck und im Auftrag eines Unternehmens, das weltweit zu den führenden Anbietern gehört bei allem, was aus Aluminium hergestellt wird.

Bei der Erbslöh AG sind innovative Ideen an der Tagesordnung, doch in den letzten zwei Tagen haben in den Werkstätten an der Siebeneicker Straße die Köpfe besonders stark geraucht: Sechs Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Gymnasien und Gesamtschulen planten, diskutierten, verwarfen Entwürfe, schrieben eigene Fräsprogramme, feilten an Ecken und Kanten. Jetzt stellen sie stolz ihr Meisterstück auf den heimischen Schreibtisch und wissen nebenbei, dass sie sich einen Beruf in dieser Sparte vorstellen können. Und alle haben „tolle, professionelle Arbeit geleistet“, gab es ein dickes Kompliment von Unternehmenssprecherin Monika Kocks. Ganz klar: Wenn sich der ein oder andere später für eine Ausbildung entscheidet, freut das nicht nur Personalreferent Michael Schulz.

Chancen in der Region zeigen

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen „zdi-Zentrum BeST“, und dem Berufskolleg Werther Brücke, bei dem Erbslöh erstmalig mitmachte. „Wir gehen in die Schulen, um die Chancen in der Region aufzuzeigen“, sagt Simone Jonen vom zdi. Vor Ort werden die Schüler dann neben den Ausbildern der jeweiligen Unternehmen von Berufsschullehrern der Werther Brücke betreut. Jonen: „Wir haben gute Erfahrungen gemacht, weil die Schüler das freiwillig machen.“

Alle Sechs hier bei Erbslöh haben schon Kurse ähnlicher Art bei großen Firmen hinter sich, aber in keinem anderem Kurs, so die einhellige Meinung, sei man so frei in seinen Entscheidungen gewesen, habe man so viel selbst planen und auch später selbst fertigen dürfen. „Die größte Herausforderung war das Einprogrammieren“, meint Max (16), der mit Jan Luca (16) in der Werkstatt stand. Die Tücken des Buchstaben „B“ erfuhren die Schwestern Ronja (13) und Emily (14) , die ihr Meisterstück mit ihren Initialien schmückten. „Das B wäre fast ein Loch geworden, wir hatten nicht berechnet, dass da ja Material rausfällt“, erzählt Emily, die sich vorstellen kann „mal etwas zu konstruieren, aber nicht unbedingt an der Maschine zu stehen“. Im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Ronja: „Mir hat beides gefallen, das Handwerkliche noch ein kleines bisschen besser.“

Bei Alina und Tessa, beide 15 Jahre alt, kann das Handy sowohl waagerecht als auch senkrecht stehen, beides natürlich sicher, ohne herauszurutschen. „Mir machte das Biegen und Feilen am meisten Spaß“, meint Alina, und Tessa nickt. Alle Sechs haben völlig verschiedene Aluminium-Modelle entworfen, jedes ein Unikat. Und alle zur größten Zufriedenheit ihres Auftraggebers.

Ein Projekt der Bergischen Universität Wuppertal

Das Projekt zdi-Zentrum BeST wird seit 2008 von der Bergischen Universität Wuppertal getragen und finanziell vom NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung sowie von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt.

Engagierte Unternehmen im Bergischen Städtedreieck können im Rahmen des Projektes Nachwuchs akquirieren. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenlos.

 
 

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