Radweg wird zur Chefsache

Harald Wiegand
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Oberbürgermeister Reinhard Paß (Essen) und Bürgermeister Dirk Lukrafka eröffneten gestern im Essener Deilbachtal ein Bauvorhaben, an dem 39 Jahre geplant wurde.

Kupferdreh.  Als „erster Spatenstich“ war es der Öffentlichkeit angekündigt. Das war es nicht. Ebenso wenig wie eine Grundsteinlegung. Nein: Mit einer Schere zerschnitten Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß und Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka gestern im Essener Asbachtal symbolisch ein rot-weißes Absperrband für ein Bauvorhaben, an dem seit 39 Jahren geplant wird: der Rad- und Wanderwegverbindung zwischen Essen-Kupferdreh und Nierenhof.

Möglicherweise bekam auch deswegen (und nicht wegen des Bürgermeisterwahlkampfs in Essen) Staatsakt-Charakter, wozu sich einige Dutzend Politiker, Verwaltungsbeamte und Behördenvertreter, aber auch zahlreiche Neugierige auf der ehemaligen Ziegelei Timpe am Voßnacker Weg eingefunden hatten. Just an jener Stelle, die so lange den Knackpunkt bei der Realisierung des Radwegprojekts darstellte: die Holzbohlenbrücke über den Deilbach.

Schwierige Verhandlungen auf Essener Seite

Überaus schwierig hatten sich in der Vergangenheit vor allem die Grundstücksverhandlungen auf Essener Seite gestaltet. Denn während die Stadt Velbert bereits vor zwei Jahren alle Grundstücke bzw. Wegerechte erworben und die für den Bau des Radwegs erforderlichen 800 000 Euro im Haushalt bereitgestellt hatte, war auf Essener Seite überaus zäh mit dem Besitzer des Ziegeleigelände verhandelt worden. Nun aber habe man sich geeinigt, erklärte Paß – und dankte Wulf Timpe, der ebenfalls zum Festakt erschienen war, das Wegerecht für den Radweg erteilt zu haben. „Ein Weg, der auf einer höchst attraktiven Trasse liegt. Und ein Weg, der sicherlich von vielen Menschen angenommen wird – nicht nur für den Spaß, sondern auch für den tägliche Verkehr“, so der Essener Oberbürgermeister.

Herbst 2016 soll der Weg fertig sein

Bürgermeister Dirk Lukrafka dankte vor allem Ralph Güther für sein Engagement. Immer wieder habe er sich für den Weg eingesetzt. Der Chef der Technischen Betriebe Velbert kündigte an, möglichst schon zum Jahreswechsel mit dem Bau des 1,8 Kilometer langen Velberter Teilstücks am insgesamt etwa sechs Kilometer langen Weg beginnen zu wollen. Spätestens im Herbst 2016 soll dann tatsächlich auf diesem Weg geradelt werden.