Radweg als Hindernisparcours

Birgit Hölker-Schüttler
Wenig einladend für Radfahrer ist der Geh- und Radweg an der Bogenstraße in Richtung Neviges. Fußgänger mit langen Hundeleinen oder das rutschige Laub können hier schnell zum Hindernis werden.
Wenig einladend für Radfahrer ist der Geh- und Radweg an der Bogenstraße in Richtung Neviges. Fußgänger mit langen Hundeleinen oder das rutschige Laub können hier schnell zum Hindernis werden.
Foto: WAZ FotoPool
Geteilte Rad- und Fußgängerwege spalten die Lager der Zweiradfahrer. Über die Gefährlichkeit der „Müllermilchkurve“ sind sich alle Nutzer einig

Velbert.  Einen ordentlichen Schrecken hat Horst Weischet bekommen, als er am vergangenen Wochenende am Berg der so genannten „Müllermilchkurve“ (Kuhlendahler Straße) einen schwer verletzten Radfahrer auf der Straße liegen sah. Verständnis hatte er dafür, dass dieser für seine Tour offensichtlich nicht den Radfahrstreifen genutzt hatte. „Der war so verdreckt, da lagen Äste und Laub drauf, da würde ich auch nicht Rad fahren wollen.“

Dass der Radfahrer in diesem Fall auch gar nicht dazu verpflichtet war, erläutert Frank Bramkamp: „An dieser Stelle ist ein Mehrzweckstreifen, der für Fußgänger und Fahrradfahrer geeignet ist, da kann der Radfahrer selber entscheiden, ob er ihn benutzt.“ Anders sehe es bei einem durch eine durchgezogene Linie abgetrennten Radweg aus. „Dieser mit einem Radwegschild gekennzeichneter Weg muss befahren werden“, stellt der Polizeisprecher des Kreises Mettmann klar.

Keine Regel ohne Ausnahme

Doch keine Regel ohne Ausnahme: „Ist der Weg aber durch Dreck verschmutzt oder durch Löcher so beschädigt, dass das Befahren für den Radfahrer zum Problem werden könnte, dann darf er auch in diesem Fall die Straße nutzen.“

Gefährlich findet die beschriebene Strecke auch Friedhelm Ellinghaus, Mitglied beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC): „Problematisch für Radfahrer sind an dieser Stelle auch die über den Mehrzweckstreifen geführten Rüttellinien. Die sollen wahrscheinlich die Motorradfahrer davon abhalten auf den Mehrzweckstreifen auszuweichen.“

Dennoch findet der Tourenführen die meisten Wege eigentlich ganz gut. „Viel schlimmer sind oft die Nutzer, so zum Beispiel Hundehalter, die einfach den Radweg benutzen und erst ihre oft nicht angeleinten vier Hunde einsammeln müssen. Da kann es schon mal dauern, bis man weiterfahren kann.“

Ganz anders schätzt Lothar Nuthmann die Fahrradwegsituation ein: „In Velbert teilen sich, zwar getrennt durch eine rote Markierung, Radfahrer und Fußgänger den Bürgersteig. Das führt natürlich zu Kollisionen.“ So stößt der erste Vorsitzende des ADFC für den Kreis Mettmann bei seinen Touren oft auf Hindernisse wie Geschäftsauslagen, Bushaltestellen mit wartenden Leuten und sich bewegenden Fußgängern, die für ein unsicheres Gefühl beim Radler sorgen.

Lothar Franke, Velberter Fahrradhändler und passionierter Mountainbike-Fahrer findet die Velberter Radwege dagegen völlig unproblematisch und hält die Bürgersteig-Lösung auch für sicherer, solange sich nur jeder an die Regeln halte: „Ich lege mich doch als Fahrradfahrer lieber mit einem Fußgänger als mit einem Auto an.“