Präses sieht Herausforderungen

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Velbert..  Manfred Rekowski ist seit vergangenem Jahr Präses der Rheinischen Landeskirche. Spätestens seit der Landessynode ist er bekannt als harter Sanierer, der die Kirchenfinanzen in Deutschlands zweitgrößter evangelischer Landeskirche in Ordnung bringen will.

Jetzt war er zu Gast bei der SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese, die selbst eng mit der evangelischen Kirche verbunden ist und in ihrer Bundestagsfraktion mit der Funktion der kirchenpolitischen Sprecherin betraut wurde. Kirche und Politik – das sollte auch der rote Gesprächsfaden sein der beiden Redner in ihren roten Sesseln. Eines von Rekowskis persönlichen Zielen ist die Verbesserung des Verhältnisses Jugendlicher zur Kirche. Wer das anstrebt, muss adäquate Kommunikationsformen finden. Darum führt Manfred Rekowski einen Internetblog, um die jüngeren Generationen besser ansprechen zu können. In diesem spricht er nicht nur über Religion, sondern auch mal ganz locker über Fußball und andere aktuelle Themen. Tabus gibt’s dabei keine: ,,Menschen müssen für das, was sie getan haben, gerade stehen und manchmal auch sitzen“, kommentiert Rekowski etwa den Fall Uli Hoeneß.

Religiöse Vielfalt muss gegeben sein

„Viel Vertrauen ist verloren gegangen in die beiden Amtskirchen und ihre Geistlichen“, befindet der ehemalige Wuppertaler Superintendent. Rekowski benennt explizit die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche – und den Finanzskandal in seiner Landeskirche vor seiner Amtszeit, bei dem aufgrund von Fehlkalkulation und Missmanagement ein Verlust in Höhe von rund 21 Millionen Euro entstanden war.

Neben dem stetig wachsenden Heer an Konfessionslosen in Deutschland müssen sich die Christen auch immer mehr mit Migranten und der Präsenz islamischer Religion auseinandersetzen. Rekowski stellt dabei fest, dass es bei der Glaubenspraxis große Unterschiede gibt. ,,Muslime integrieren im Gegensatz zu Christen ihren Glauben stärker in den Alltag“, so Manfred Rekowski. Der Präses sprach von der „multikulturellen Komponente des Landes“, die mit dem gesellschaftlichen Zusammenwachsen von Christen und Muslimen entstehe.

Wichtig für Rekowski ist auch der Inventurprozess der evangelischen Kirche in den nächsten Jahren, der eine bessere Organisation in der Kirchenverwaltung der Gemeinden nötig mache. ,,Die ehrenamtlichen Helfer bieten ihre Hilfe an, doch trotzdem sollte die verwaltungstechnische Basis der Gemeinde überarbeitet werden“, fügt er an. Dieser Vorgang werde jedoch von jeder Gemeinde unterschiedlich gestaltet.

 
 

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