Polizei des Kreises Mettmann fährt mit dem Rad auf Streife

Seit zwei Monaten im Kreis auf Streife: Die sechs Mann starke Fahrradstaffel der Polizei.
Seit zwei Monaten im Kreis auf Streife: Die sechs Mann starke Fahrradstaffel der Polizei.
Foto: WAZ FotoPool
Die Fahrradstaffel soll helfen, die Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr zu senken. Bürger reagieren positiv auf die in neongelb gekleideten Ordnungshüter. Große Ärgernisse: Das Handy am Lenker und Radfahrer, die entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind.

Kreis Mettmann.  217 Radfahrer und 143 Fußgänger sind in diesem Jahr bisher (Stand 08.14) kreisweit im Straßenverkehr verunglückt. „Damit liegen wir landesweit unter dem Schnitt“, erklärt Ralf Schefzig, Leiter der Verkehrsdienststelle, „dennoch verstärken wir unsere Aktivitäten, um die Zahl weiter zu senken.“

Dafür hat die Polizei eigens eine sechs Mann starke Fahrradstaffel eingeführt, die seit zwei Monaten kreisweit auf Streife ist. Gemäß der hohen Opferzahlen sind die Beamten vorrangig in Hilden (62 Verunglückte), Langenfeld (53) und Ratingen (65) unterwegs, lassen sich aber auch hin und wieder in Velbert blicken.

„Ich halte das für eine sehr sinnvolle Maßnahme“, sagt Landrat Thomas Hendele (CDU), „gerade in unserem dicht besiedelten Kreis mit seinen vielen Fußgängerzonen und Radwegen.“

Ärgernis: Handy am Lenker

Gerade wenn es darum geht, das Fehlverhalten von Fahrradfahrern zu ahnden, kann die Radstaffel auf Augenhöhe agieren. Eines der größten Probleme ist das Handy am Lenker. Ähnlich wie bei Autofahrern sorgt es für Ablenkung und macht die Fahrer unaufmerksam. Wer mit dem Handy in der Hand erwischt wird, muss deshalb 25 Euro zahlen. „Ein sehr häufiger Verstoß ist auch, dass Fahrradfahrer auf der falschen Seite des Radwegs entgegen der Fahrtrichtung fahren“, berichtet Direktionsleiter Thomas Decker. Dies sei besonders gefährlich, weil abbiegende Autofahrer nicht mit Radfahrern rechnen, die von der rechten Seite kommen. Nicht umsonst wurde jüngst beschlossen, die Strafe für dieses Fehlverhalten von 20 auf 35 Euro anzuheben.

Jetzt, wo die dunkle Jahreszeit bevorsteht, kommt auch das Thema mangelhafte Beleuchtung zur Sprache. „Wir werden verstärkt an den Schulen kontrollieren und aufklären“, berichtet Marco Bernzen, Leiter der Fahrradstaffel. „Dazu werden wir spezielle Infozettel austeilen, die darüber aufklären, welche Lichter und Reflektoren am Fahrrad angebracht sein müssen.“ Wer ohne ausreichende Beleuchtung unterwegs ist, muss zehn Euro berappen.

Nach zwei Monaten des Einsatzes zieht Bernzen ein positives Zwischenfazit: „Die Bürger reagieren sehr positiv auf uns und freuen sich, dass die Polizei jetzt auch mit dem Fahrrad unterwegs ist.“

Doch auch bei der Bekämpfung von Kriminalität konnte die Fahrradstaffel, die ab und zu auch in Zivil unterwegs ist, schon ihren Beitrag leisten. Ein großer Vorteil laut Bernzen: „Auf dem Fahrrad sieht und hört man viel mehr, als wenn man im Streifenwagen fährt.“

 
 

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