Pfadfinder aus Neviges besuchen Partnerstamm in Tokio

Ein Besuch beim Bürgermeister gehört auch zum Besuch der Pfadfinder aus Neviges.
Ein Besuch beim Bürgermeister gehört auch zum Besuch der Pfadfinder aus Neviges.
Foto: Hardenberger
Zwei Wochen lang haben 15 Pfadfinder vom Stamm Hardenberg die Partner in Tokio besucht. Ein Reisebericht über eine spannende Zeit.

Zwei Wochen lang lebten sie in einer anderen Welt. Wagten den Aufstieg auf den höchsten Berg Japans, staunten über den Alltag im Land der aufgehenden Sonne und genossen vor allem eine unglaubliche Gastfreundschaft. Zwei Wochen lang haben 15 Pfadfinder vom Stamm Hardenberg die befreundeten St. Marys Scouts in Tokio besucht. Stammleiterin Ines Kalscheuer erinnert sich gern an den unvergessenen Trip.

In sechseinhalb Stunden zum Gipfel

Allein der Empfang in der Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole war nach 18 Stunden Flugzeit ein Erlebnis: Die Gastgeber, die erst kürzlich zu Besuch in Neviges waren, hatten eine perfekte Willkommensfeier mit Musik, Reden und einem traditionellen japanischen Buffet auf die Beine gestellt. „Es war wunderbar, so viele bekannte Gesichter zu sehen und nun auch die Familien der Boy- und Girlscouts kennenzulernen“, schwärmt Ines Kalscheuer.

Untergebracht bei sehr herzlichen Gastfamilien, tauchten die 15 Pfadfinder so richtig ein in den japanischen Alltag: „Die Schuhe zieht man aus, bevor man das Haus betritt; es ist normal schon zum Frühstück Reis zu essen - natürlich mit Stäbchen“, so schreibt Ines Kalscheuer in ihrem Reisebericht. Auch das stille Örtchen sei ein Besuch wert: All die „witzigen Knöpfe“ sollte man unbedingt einmal gedrückt haben. Ohne jegliche Sprachschwierigkeiten kam man bestens zurecht – entweder auf englisch oder ansonsten mit Händen und Füßen. Praktisch: In Restaurants sind die meisten Gerichte in einer Plastik-Variante ausgestellt oder als Foto in der Menükarte zu finden – man sieht also prima, was einen erwartet.

Unvergessen auch die reizvollen Ausflüge nach Asakusa mit der Besichtigung der Tempel, dazu die atemberaubende Aussicht vom gigantischen „Tokyo Skytree“ auf die Mega-Metropole. Ein Großteil der Gruppe wagte sich zudem später noch auf den mit 3776 Meter höchsten Berg Japans, den Fuji. Nach anstrengenden sechseinhalb Stunden erklommen die Hardenberger den Gipfel, fühlten sich wahrlich über den Wolken. „Ein gigantisches Gefühl.“

Insgesamt 1300 Teilnehmer aus der ganzen Welt tummelten sich in dem Zeltlager „11th All Japan Catholic Scouts Camporee“, das die Hardenberger anschließend mit ihrem Partnerstamm besuchten. Und dabei wurde den deutschen Gästen wieder einmal bewusst, dass die Japaner im Alltag vieles ganz anders regeln – Männlein und Weiblein sind bei den Pfadfindern strikt getrennt. Es gibt es völlig getrennte Bereiche, ersichtlich durch weiße Boden-Markierungen.

Bürgermeister legte Halstuch um

Nach dem spannendem fünftägigen Zeltlager ging’s weiter zum Empfang beim Bürgermeister. Per Dolmetscher erzählten die Pfadfinder von ihren Erlebnissen. Das Gastgeschenk aus Neviges, ein Pfadfinderhalstuch, legte sich der Bürgermeister auch direkt um. Auch zu den Wurzeln der deutsch-japanischen Freundschaft reisten die Hardenberger: Sie besuchten das Grab von Pater Reitz, dem Gründer der St. Mary Scouts. Einem Ritual folgend, schmückten sie wie viele andere vor ihnen den Grabstein mit einem Halstuch.

„Es war unglaublich, wie schnell sich in diesen zwei Wochen Freundschaften geschlossen hatten“, schreibt Ines Kalscheuer. Mit einem deftigen deutschen Essen – unter anderem Reibekuchen mit Apfelmus oder Rübenkraut und Pumpernickel - bedankten sich die Hardenberger für zwei unvergleichlich schöne Wochen. Ein letztes Mal wurde noch mal viel getanzt, gelacht, Fotos gemacht.

Nach dem großen Feuerwerk, das die japanischen Freunde organisiert hatten, kullerte dann die ein oder andere Träne. Ines Kalscheuer: „Es waren alles großartige Momente, die wir nicht so schnell vergessen werden.“