Ohne viel auf und ab

Foto: WAZ FotoPool

Neviges.. „Alles begann in 2009.

Zu diesem Zeitpunkt war die Bahnentwicklungsgesellschaft NRW (BEG) bereit, die Grundstücke der ehemaligen Niederbergbahn zu verkaufen“, erinnert sich Olaf Rakowski, Sachgebietsleiter, Neubau, Verkehr und Entwässerung bei den Technischen Betrieben Velbert (TBV). „Anschließend konnte mit der Planung für den Umbau der Trasse, die Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus durch einen Radweg verbinden soll, begonnen werden.“

Im Mai 2010 wurde das insgesamt 10,5 Mio Euro teure Projekt, mit dem gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, gestartet. „Zum einen handelt es sich bei dem Radweg um eine temporäre Trassensicherung, was bedeutet, dass die Bahn das Gelände zurückerhalten könnte, falls sie es noch mal für den Schienenverkehr nutzen möchte“, erläutert Rakowski, „zum anderen bietet der Ausbau, der auch eine Verbindung nach Essen zum Ruhrtalradweg vorsieht, ein hohes touristisches Potenzial.“

Nach dem Ausbau, der pünktlich zum Start der Fahrradsaison 2011 beendet sein soll, wird eine Strecke von insgesamt 25 Kilometern zur Verfügung stehen. Besonders attraktiv für Radfahrer ist sie schon allein deswegen, weil Bahnstrecken bewusst steigungsarm konzipiert wurden. „Da macht es doch endlich mal Freude, Fahrrad zu fahren“, schmunzelt auch der Projektleiter.

Im Zuge des Radwegbaus werden auch die Brücken an den Strecken saniert. „Drei Bauwerke an der Sieperstraße, Ostumer Weg und an der Bahnhofstraße sind kurz vor der Fertigstellung und werden so noch länger der Allgemeinheit erhalten bleiben“, erläutert der TBV-Mitarbeiter. Bei ihnen wurde das Mauerwerk saniert, die Substanz gegen Feuchtigkeit abgedichtet und die Geländer erneuert (WAZ berichtete). Seit Anfang des Monats läuft auch der Wegebau für die durch Velbert führende 9,5 Kilometer lange Strecke. Dazu hat man mit einem speziellen Gerät den recht großen Gleisschotter auf ein für den Wegebau erforderliches Maß zertrümmert. Außerdem wurde Zement für eine hohe Stabilität der Radwegsdecke eingebracht.

„In zwei bis drei Wochen, wird mit der Asphaltierung der drei Meter breiten Strecke begonnen. Zeitgleich startet mit der Saubrücke und dem zusammenhängenden Bauwerk an der Friedrich- bzw. Friedrich-Ebert-Straße die Sanierung zwei weiterer Brücken“, freut sich der Experte. Die Mittel für den Ausbau der Velberter Strecke fördert zu 75 Prozent das Land, die restlichen 25 Prozent der vier Mio Euro muss die Stadt aufbringen. Vor Ort, in Tönisheide, ist die Aufbereitung des Schotters schon so gut wie abgeschlossen, so dass noch in diesem Jahr die Asphaltdecke aufgebracht werden kann. Allerdings müssen noch die alten Schienen raus, und zwar überall dort, wo die Trasse Straßen kreuzt: zwei mal an der Wülfrather Straße, außerdem an der Reuterstraße und Zum Papenbruch. Und im Bereich des Aldi-Marktes muss die Trasse verlassen werden: Der Radweg wird dort um den Kunden-Parkplatz herumgeführt – aber immer mit Sicht auf die Trasse.

Um den Freunden der Drahtesel einen möglichst einfach Zugang zu schaffen, sind an die zwanzig Anbindepunkte vorgesehen. „Dazu nutzen wir alte Bahnübergänge, bauen unbefestigte Wege aus oder schaffen einen neuen Zugang.“ Um der ebenen Bahnstrecke gerecht zu werden müssen dafür entweder Rampen vom Radweg runter bzw. hoch zum Bahndamm gebaut werden. Lobend betont Rakowski in diesem Zusammenhang den Austausch zwischen den Städten Velbert und Heiligenhaus sowie dem Kreis Mettmann. „Die interkommunale Zusammenarbeit hat gut geklappt.“ Durch die Beauftragung der drei Partner von ein und demselben Planungsbüro konnte darüber hinaus auch ein einheitliches Erscheinungsbild erreicht werden. So werden die Anbindungen von der Straße her in allen drei Städten durch eine einheitliche Pflasterung und durch die Pflanzung von Säulenhainbuchen gekennzeichnet.

Sollte alles wie geplant klappen, werden alle beteiligten Städte bis zum Frühjahr den Umbau abgeschlossen haben.

Damit wird in Kürze der Erkundung der schönen niederbergischen Landschaft mit dem Rad nichts mehr im Wege stehen.

Aber die Erschließung der Radwege in der Region geht noch weiter. „Neben einer neuen Anbindung nach Kettwig wird es auch eine Verbindung zur Nordbahntrasse in Wuppertal geben“, weiß der Fachmann.

 

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